18.03.09
Alter: 3 Jahre
WLAN - Aktion der Wirtschaftskammer Kärnten.
Alter: 3 Jahre
Lesen Sie dazu einen kritischen Brief an den Präsidenten dieser Kammer
Dr. Erwin Tripes Oberdörfl 47 9072 Ludmannsdorf 15.3.2009
Herrn Präsident Franz Pacher via e-mail
Betr.: WLAN-Aktion der Kammer Kärnten
Sehr geehrter Herr Kammerpräsident Franz Pacher!
Die Wirtschaftskammer Kärnten sendet in ihren Zeitungen vom 6.3.und vom 13.3.09 Online-Grüße aus dem Urlaubshotel aus. Ob die Urlaubshotels davon wissen? Die Kammer startet eine WLAN – Aktion für Hotels und Gastronomen und beriet dazu bei der GAST am 15. 3. 2009, wovon ich mich eingehend habe überzeugen können.
Erlauben Sie mir dazu einige kritische Anmerkungen und Fragen: Haben die verantwortlichen Mitarbeiter der Fachgruppe Gastronomie und die verantwortlichen Redakteure der „Kärntner Wirtschaftskammer“ nicht gecheckt,
1) daß sie einander widersprechen, wenn sie einerseits mit der WLAN-Aktion den Gastronomen und Hoteliers jeweils Mobilfunksender in Hotels und Cafes etc. einreden und gleichzeitig das Marktpotential Gesundheit heben wollen? Da können sie wohl gleich mit dem Schwerpunkt Rehabilitation beginnen, denn
2) dürfte es sich in der Kammer noch nicht herumgesprochen haben, daß Mobilfunk, auch mit kleineren Mobilfunksendern, so heißen diese scheinbar harmlosen WLAN -Access Points (Hot Spots), konzentriert in Hotels, alles andere als gesundheitsförderlich sind. Details siehe zum Beispiel www.swisscom-mobile.ch/scm/wir_technologie_vergleich-de.aspx Vielleicht sollte man in der Kammer auch einmal den Widerspruch und die Warnhinweise der Österr. Ärztekammer zu den mit der ÖVE/ÖNORM E 8850 empfohlenen Grenzwerten für Mobilfunkbestrahlung aus gesundheitlicher Sicht nachlesen.
3) WLAN versus Festnetzanschluß Was fasziniert und praktisch erscheint, bedeutet jedoch für viele Menschen immer stärkere Gesundheitsprobleme. Woher diese Verschärfung der Lage? Wer sich von einem beliebigen Ort aus drahtlos ins Internet einwählt, verursacht einen viel größeren Datenfluss als mit einem Handygespräch, auch wenn das die Mobilfunklobby anders kommuniziert. Das bedeutet, dass die Antennenmasten bei einer mobilen Internetverbindung stärker strahlen als bei einem mobilen Telefongespräch. Außerdem wird die Kapazität der einzelnen Mobilfunk-Basisstationen viel mehr beansprucht. Immer häufiger wird es vorkommen, dass einzelne Sender ausgelastet und überlastet sind. (s. auch 4).
4) Konsumentenschutz Die von der WKO Kärnten entworfenen Allgem. Geschäftsbedingungen für die Nutzung solcher WLAN -Verbindungen weisen leider keinen Schutz für die Nutzer aus. Interessewahrend, bloß für die Betreiber, steht: ./ Es wird weder eine bestimmte Übertragungsgeschwindigkeit noch eine lückenlose Übertragung gewährleistet, da dies von der jeweiligen Anzahl der gerade am WLAN hängenden Nutzer abhängig ist. ./
Weder Firewall noch Virenschutz sind vorhanden. ./ Folgerichtig wird darauf verwiesen, daß insbesonders über WLAN -Verbindungen mit erhöhten Gefahren - und Sicherheitsrisiken zu rechnen ist. ./ Eine Haftung des Betreibers ist praktisch ausgeschlossen, da dem Nutzer gegenüber nur für Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit gehaftet wird. ./ Obendrein muß der Nutzer wegen der unverschlüsselten Datenübertragung damit rechnen, daß seine Daten eingesehen werden! Toller Service??? Verschärfend dazu erscheint der Nutzer darüberhinaus weitergehend ungeschützt: ./ Der Nutzer haftet ohne Einschränkung, zB. wenn sein Gerät von Viren befallen ist, auch wenn ihm dies nicht bewusst ist! Also sogar Haftung über bloße Fahrlässigkeit hinausgehend! ./ Der Nutzer haftet auch ohne Verschulden vollumfänglich, falls Dritte den Unternehmer aus Nutzungshandlungen des Kunden in Anspruch nehmen sollten! Und wo bleibt der Dienstnehmergesundheitsschutz, zu dem die Dienstgeber bekanntlich verpflichtet sind? Ob all diese Fakten die Arbeiterkammer und die Konsumentenschutzorganisationen freuen wird?
5) Wer mobil ins Internet geht, liefert also den Mobilfunkbetreibern den Bedarfsnachweis für das Aufstellen von immer mehr Antennen, noch viel wirksamer als mit Handygesprächen und SMS. Bleiben Sie deshalb beim gesunden Festnetzanschluß!
6) Die schöne Frau (Zeitung v.6.3.09, S.18) platziert im Whirlpool, die am Rande des Wasserbeckens ihren PC betreibt, sollte ebenfalls informiert werden, daß nur eine kleine Wasserwelle ihr PC-Werkzeug sofort kaputt machen kann. Hoffentlich folgen die werten Leser Ihrer Zeitung auch nicht diesem technisch verunglücktem Beispiel.
7) Vor den Vorhang gehört hier allerdings zB. das Biohotel Daberer in St. Daniel im Gailtal, das für seine Gäste neben Netztrennschaltern in den Zimmern (zur Vermeidung gesundheitsstörender elektromagnetischer Felder) auch dem besonders gesundheitsgefährdenden Elektrosmog von WLAN - Sendern eine Absage erteilt hat und die Gäste einfach über das Festnetz mit dem PC verbindet. So geht es also auch. Übrigens neben einer gesunden auch eine leistungsfähigere Verbindungsmöglichkeit mit dem Internet, wie oben dargestellt! Dieser Betrieb wurde daher zu Recht mit dem Europäischen Umweltzeichen ausgezeichnet und ist mit seiner Philosophie, was das Gästewohl betrifft, der Konkurrenz meilenweit voraus: wirkliche Wellnessgäste wollen nämlich nicht andauernd, auch nicht am Pool, in der Sauna, im Garten, etc., via Handy oder PC erreichbar sein. Es wird also langsam wieder „in“, sich von der Internetabhängigkeit zu lösen. S. dazu etwa auch : www.biohotels.info/de-. Ich kann und werde daher Gastronomen und Hoteliers raten, sie mögen diesmal nicht dem Aufruf der WKÖ Kärnten folgen, sondern lieber beim guten alten und nunmehr neuen, schnellen und- auch gesundheitlich - sicheren Festnetz bleiben, zum Wohle ihrer Gäste, zum Wohle ihrer Mitarbeiter und zum eigenen Wohle. Der mir bisher von Herrn DI Nemsic arg vernachlässigt erscheinende Festnetzsektor der Telecom Austria mit den dortigen Mitarbeitern wird es hoffentlich danken.
MfG Dr. Erwin Tripes Obmann von Risiko Elektrosmog Kärnten
www.risiko-elektrosmog.at
CC ergeht an Herrn Präsident Leitl, Biohotel Daberer, Österr. ÄK, ÄK Wien, Verein für Konsumenteninformation, Die Presse, Cernic Nicole, Die Grünen, Falter, FPÖ Kärnten, KGKK, Gesundheitsministerium, Arbeiterkammer Kärnten, Kärntner Krone, Kärntner Tageszeitung, Kleine Zeitung, Gemeinde Ludmannsdorf, Gesundheitsland Kärnten, Gesundheitslandesrat, Gesundheitsministerium, Josef Martinz, Ökosoziales Forum Österreich, ORF Kärnten, ÖVP, Profil, Uwe Scheuch, Sozialministerium, Hotel Friesacherhof, Schlosshotel Seefels und an diverse mobilfunkkritische Organisationen international.