29.04.09
Alter: 3 Jahre
Dr. Boris Nemsic, oder wie einem einer das Fürchten lehrt
Alter: 3 Jahre
Im Sonntagsinterview in der Kleinen Zeitung vom 26.4.2009 meint Nemsic aus seinem neuen Job in Moskau u.a.:
1) Das Mobiltelefon ist auch in Russland bereits ein Körperteil, das aber noch viel Potential hat, insbesonders die Datendienste.
2) Die Dauer der Telefonate. Warum sollte der durchschnittliche Mobiltelefonkunde weiterhin nur fünf Minuten am Tag telefonieren?
3) In Südostasien wird das Mobiltelefon 300 bis 400 Minuten am Tag benutzt.
Na spätestens jetzt wissen wir, wohin die Reise nach Wunsch der Mobilfunkbetreiber gehen soll.
Nein, noch nicht ganz, denn in Österreich hat er zuletzt noch als Lektor an der Kinderuniversität den Kleinen ganz lieb das Mobilfunktelefon schmackhaft gemacht und sich dabei als Besitzer von sieben!!! Handys geoutet.
(s. Die Presse v.9.12.2006)
Der Grund?
Bei der Kinderuni Wien stehen die Visionen der Kommunikation von morgen im Mittelpunkt, wenn Boris Nemsic in der Rolle des Lehrenden mit den Kindern diskutiert (Die Presse vom 15.11.2006).
Die Jugend ist also das Potential aus dem die zukünftige Geldquelle für die Mobilfunklobby sprudeln soll. Denn die normalen Geschäftstelefonate machen nur einen Bruchteil der Gespräche aus.
Ein Vorbild für die Jugendarbeit?
Natürlich ist Nemsic mit seiner Doktorarbeit über die Mobiltelefonie als Telekommunikationsexperte auch bei der Europäischen Kommission gern gesehener Gast.
Ein Netzwerk des Mobilfunks also von der EU über die Kinderuni Wien bis zum von der Mobbylcom geförderten Wiener Kindertheater.
"In Frankreich gibt es etwa für Telefonate von Kindern Regeln zur Vorsichtsmaßnahmen, die auch von offizieller Stelle kommen." Im kleinen Land Österreich, wo man weiterhin dem Unbedenklichkeits-Kurs der Mobilfunkindustrie folge, werde das Thema erst durch Bürgerinitiativen und Konsumentengruppen aktiv angegangen, so der Ärztekammersprecher.
Kann man jetzt verstehen, wieso der Wissenschaftliche Beirat Funk (WBF), das Beratungsgremium des Infrastrukturministeriums, das wieder die Oberaufsicht für den Mobilfunk wahrnehmen soll, keine gesundheitsvorsorglichen Warnhinweise geben mag, wie sie die Ärztekammer empfiehlt?
Und das Gesundheitsministerium unter neuer Führung ? Es schweigt.