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09.05.09
Alter: 3 Jahre
Die Orange-Antenne sendet immer noch Die Chesneaux-Schule schliesst heute früh

 

L'Union, 5. Mai 2009

Kindergarten und Primarschule von Chesneaux bleiben bis auf weiteres geschlossen. Die Gemeindebehörde macht das Vorsorgeprinzip geltend.

Heute früh standen die Schüler in der Rue des Chesneaux vor verschlossenen Türen. Am Anschlagbrett hing eine A3-Kopie des behördlichen Erlasses zur Schließung von Primarschule und Kindergarten vom Samstag, 2. Mai. „Die Schulen bleiben ab Montag 4. Mai geschlossen, bis ein Beschluss gefasst ist, der den verschiedenen Forderungen nach einer Versetzung der Antenne Rechnung trägt“, steht zu lesen.

Die Gemeindebehörde lässt es auf eine richtiggehende Kraftprobe mit der Betreiberfirma Orange ankommen. Diese hat erklärt, sie werde den Sendebetrieb zum Schulanfang nicht unterbrechen. Der Bürgermeister Jacques Krabal hatte angekündigt: „Ich bin nicht der Bürgermeister, welcher unsere Kinder einem Risiko aussetzt.“ In der Tat macht er das Vorsorgeprinzip wahr, um die Schüler von den Auswirkungen der elektromagnetischen Felder fernzuhalten.

Schon an diesem Morgen wurden die 180 Kinder vor der Schule eingesammelt und im Bus zum schuleigenen Freizeitzentrum Mare-Aubry transportiert. „Um den Familien keine Probleme zu bereiten, werden alle Kinder während der Schultage betreut. Außerschulische Aktivitäten und der Betrieb der Kantine sind vorgesehen, bis wir uns in dieser Sache durchgesetzt haben“, erklärt der Beamte. Nur der Präfekt könnte den Gemeindeerlass zur Schließung der Schulen an der Rue des Chesneaux annullieren. Außerdem könnte die Primarschulinspektion die Verantwortung für die Wiedereröffnung des Schulunterrichtes auf sich nehmen.

 

„Wir bedauern es, dass sich der Betreiber taub stellt“, fährt der Bürgermeister fort. „Wir dachten, die Zusammenkunft auf der Unterpräfektur würde den Betreiber erweichen“, schnauft Marie-Jeanne Potin enttäuscht. Die Abgeordneten und die Regionalrätin sind immer noch entschlossen, den Kampf um die Demontage der Antenne weiterzuführen.

 

Schüler im Freizeitzentrum wegen Immissionen infolge elektromagnetischer Felder... „Das ist nicht unsere letzte Patrone“, warnt Jacques Krabal. „Am Montag beabsichtigen wir eine Aktion vor dem Zivilgericht, weil wir vom Betreiber Orange getäuscht worden sind.“ Man hofft, dass die Interessengemeinschaft Priartém* Les Chesneaux an der von der Stadt Château-Thierry eingereichen Klage beteiligt wird. Hauptargument ist das Nichteinhalten der technisch geforderten Sicherheitsdistanzen. Die Antenne sei weniger als 87 Meter von den Schulgebäuden entfernt errichtet worden. Sodann soll die Anlage, die normalerweise das Telefonnetz ergänzen sollte, in Wirklichkeit die Installation von UMTS erlauben. „Wir haben sie in der Unterpräfektur mit einer Lüge in flagranti erwischt“, kommentiert Marie-Jeanne Potin. „Orange sollte eigentlich der Ehrlichkeit und Transparenz verpflichtet sein.“

 

* www.priartem.fr Organisation zum Schutz der Bevölkerung vor Mobilfunkantennen

 

Quelle: www.next-up.org

Übersetzung Bürgerwelle Schweiz, 06.05.09: www.buergerwelle-schweiz.org/Mobilfunk-Antennen.511.0.html