09.05.09
Alter: 3 Jahre
Siegfried Zwerenz, Vorstandssprecher des Vereins "Bürgerwelle", des Dachverbands der Bürger und Initiativen zum Schutz vor Elektrosmog informiert
Alter: 3 Jahre
Die Mobilfunkbetreiber, weiß Zwerenz, seien nicht versichert, deshalb stelle ihnen der Bund keine Grundstücke zur Verfügung. Und deshalb hätten Mobilfunkbetreiber nach gerichtlichen Anwohnerklagen schon angeboten, ihre Anlagen abzubauen, weil sie künftige Schadenersatzforderungen vermeiden wollten. Schließlich gebe es mittlerweile genügend handfeste Gründe, von der Gefährlichkeit von Mobilfunk auszugehen.
Und dann packte er die Fakten aus: Der SAR-Wert, auf den sich Hersteller berufen, sei nicht allein entscheidend. SAR steht für "spezifische Absorptionsrate" elektromagnetischer Felder, die zur Erwärmung biologischen Gewebes führen. Den Extremfall kennt jeder: Im Mikrowellenherd gart man Fleisch.
"Auch wenn der SAR-Wert unbedenklich ist - die wirkliche Gefahr liegt in der Wellenform", sagt Zwerenz. Es werde nämlich mit gepulsten elektromagnetischen Wellen gearbeitet, also solchen, die tausende Male pro Sekunde ein- und ausgeschaltet werden. Und darauf reagiere der Organismus von Menschen und Tieren viel empfindlicher als auf ungepulste. Da genüge schon ein Tausendstel der Energie ungepulster Wellen, oft weniger. Die störten die natürlichen bioelektrischen Steuerungsprozesse, beeinflussten die Hirnströme und die Kommunikation lebender Körperzellen, störten den Schlaf-Wach-Rhythmus, beeinflussten die Hirnaktivität, schwächten das Immunsystem, führten nicht selten zu komplexen Schäden - bis hin zu Krebs.
Laut Zwerenz gibt es massenweise Indizien und immer mehr Beweise für die Schädlichkeit von Mobilfunk und Schnurlostelefonen. Andererseits lasse sich deren Unschädlichkeit nicht beweisen. "Und wenn man nichts findet, heißt das nicht, dass da nichts ist." Immerhin existierten mehrere Hundert Doppelblind-Studien, die die Schädlichkeit beweisen. Typische Folgeerscheinungen von Mikrowellenbestrahlung seien Depressivität, Herz-Kreislauf-Beschwerden, Abfall der Gedächtnisleistung, der Wahrnehmungs- und Reaktionsgeschwindigkeit und Verschlechterung der Spermienqualität. Seit in Paris das WLAN-Netz in öffentlichen Gebäuden abgeschaltet worden ist, seien gesundheitliche Probleme der Nutzer verschwunden. Und immer wieder berichteten davon auch Patienten, die aus der Reichweite von Funkmasten weggezogen seien. Aus gutem Grund habe der bayrische Landtag den Schulen empfohlen, auf WLAN-Netze zu verzichten.
Zwerenz verwies auch auf den Bamberger Appell vom 5. August 2004. Mit ihm haben 123 Ärzte, unter ihnen drei Chefärzte des Bamberger Klinikums, vorm weiteren Mobilfunkausbau dringend gewarnt.
Messungen in der Sonneborner Grundschule, in die der - bereits ältere und einigermaßen entfernte - Funkturm einstrahlt, haben ergeben, dass von ihm wohl keine große Gefahr ausgeht. Ganz anders der Brüheimer Turm, vermuten die Gegner. Für den sei ein fast dreifacher Sicherheitsabstand angegeben, und außerdem werde der die Mikrowellen mit Sektorantennen gerichtet abstrahlen.
Die Mobilfunkgegner fragen: Warum hat der Gemeinderat keinen Alternativstandort gesucht? Und warum macht er die Genehmigung nicht rückgängig in nachträglicher Kenntnis der Gefahren? Vielleicht gebe es ja eine Möglichkeit, jetzt noch aus dem Pachtvertrag auszusteigen?
Quelle: Dieter ALBRECHT www.buergerwelle.de
07.05.2009