07.03.10
Alter: 2 Jahre
Die Schattenseite der ständigen Erreichbarkeit
Alter: 2 Jahre
Mehr als nur Telefon: Für Schüler und Jugendliche kann das Handy zur Kostenfalle werden
05.03.2010 - USINGEN
Britta Stehr . Ein Handy vermittelt vielen ein Gefühl von Sicherheit - schließlich kann man im Notfall Hilfe rufen oder ist immer erreichbar, Letzteres begrüßen vor allem auch Eltern. So herrscht bei Jugendlichen inzwischen eine Vollversorgung bei Mobiltelefonen - und auch viele Kinder besitzen ein transportables Telefon, das mittlerweile viel mehr kann als nur telefonieren.
Der Nachwuchs nutzt auch diese zusätzlichen Möglichkeiten, fotografiert, spielt, nimmt Videos auf, hört Musik, surft mit Handys im Internet und tauscht via Bluetooth unbekümmert Daten untereinander aus - ohne dass eine elterliche Aufsicht möglich ist.
Umso wichtiger ist es, dass der Nachwuchs einen bewussten Umgang mit dem Handy erlernt, denn leicht kann man nach Angaben der hessischen Polizei sich selbst strafbar machen machen, via Handy belästigt oder mit jugendgefährenden Inhalten konfrontiert werden oder auch den Überblick über die Kosten verlieren.
Kinder und Jugendliche sollten über die rechtlichen Bestimmungen aufgeklärt werden, denn ab 14 Jahren sind sie grundsätzlich strafmündig. So haben sie häufig kein Unrechtsbewusstsein im Umgang mit eigenen und fremden Bildern und Tonaufnahmen. Persönlichkeitsrechte werden immer dann verletzt, wenn private Bild- oder Filmaufnahmen ohne Zustimmung der abgebildeten Menschen verbreitet werden. Bei Minderjährigen ist generell eine Einwilligung durch die Erziehungsberechtigten notwendig. Es ist auch strafbar, das nicht-öffentlich gesprochene Wort eines anderen aufzunehmen.
Die Fälle, in denen auf Handys Videoaufzeichnungen von realer Gewalt oder pornografische und rassistische Filmsequenzen gefunden werden, häufen sich nach Aussage der Polizei. Ein Drittel der jugendlichen Handy-Besitzer räumte in einer Studie ein, dass in ihrem Freundeskreis problematische Videos und Fotos kursierten. Manchmal werden die Bilder auch selbst hergestellt: Da werden Gewalttaten begangen (Happy Slapping), Mitschüler erniedrigt oder in peinlichen Situationen mit dem Handy gefilmt. Auch Fälle von Telefonterror, Beleidigung, Bedrohung oder gar Erpressung per SMS oder Bild (Handy-Mobbing/Cyber-Bullying) häufen sich.
Kinder werden über das Handy mit Gewalt, sexuellen Angeboten oder mit Kaufangeboten und vermeintlichen Gratisdiensten konfrontiert. Auf beleidigende oder problematische Nachrichten sollten Kinder und Jugendliche nicht antworten, sondern Erwachsene informieren. In schwerwiegenden Fällen sollte die Polizei eingeschaltet werden.
Hohe Handyrechnungen sorgen ebenfalls bei vielen Eltern für Sorgenfalten, das Handy wird zur Kostenfalle. Das liegt unter anderem auch an der Abzocke per Handy: Oft ertönt nur ein Klingeln oder eine SMS geht ein, die vorgibt, den Empfänger zu kennen. Dadurch wird ein Rückruf oder eine SMS-Antwort provoziert, die zu hohen Kosten führen kann. Eltern sollten zu hohe Rechnungen mit ihren Kindern besprechen, auf Kostenfallen hinweisen und auf ein Prepaid-Handy umsteigen, ob die Kosten in den Griff zu bekommen.
Quelle: http://www.next-up.org/Newsoftheworld/Toyota.De.php