21.06.10
Alter: 80 Tage
Die Mobilfunklobby läßt grüßen mit der Studie: Handys in der Schule gut für die Lernleistung
Alter: 80 Tage
Offenbar muß auch Die Presse wieder einen positiven Bericht über Handys schreiben. Einen gleichlautenden Text bringen auch die NÖ Nachrichten NÖN.
Sieht das nicht schon sehr nach PR aus?
Sieht das nicht schon sehr nach PR aus?
Ob das auch für Inserateneinschaltungen der Mobilfunklobby wichtig ist?
Bei objektiver Berichterstattung, zu der sich Die Presse ja immer bekennt, wäre es zweifellos korrekt gewesen, nicht nur die APA anzugeben, sondern
a) zu berichten, wer denn diese Experten sind und wofür sie sich als Experten qualifiziert haben, die das Handy für den Schulunterricht empfehlen, insbesonders aber auch, wer eine derartige Studie finanziert hat und
b) zu berichten, daß insbesonders die Österr. Ärztekammer nicht nur gegen die scheinheiligen Mobilfunkgrenzwertempfehlungen energisch Widerspruch erhoben hat, sondern auch dringend vor dem Mobilfunkgebrauch von Kindern und Jugendlichen warnt. Dies gilt natürlich gleichermaßen für die NÖN.
Geld regiert die Welt?
Woher kommen wohl die Mittel zur Finanzierung dieser Studie und der Konferenz?
Diese Konferenz der ICETC 2010 (International Conference on Education, Technology and Computer) wird organisiert von der International Association of Computer Science (IACSIT plays an influential role and promotes developments in Computer Science and Information Technology in a wide range of ways. The mission of IACSIT is to foster and conduct collaborative interdisciplinary research in state-of-the-art methodologies and technologies within its areas of expertise http://www.iacsit.org).
Die FH St. Pölten wiederum „gehört“ der Stadt St. Pölten. Deshalb braucht man Geld über einen Förderverein.
Interessant, daß dort im Vorstand Vertreter von T-Mobile, Austria Siemens, Kabelsignal, oder V BEKO Engineering & Informatik AG, etc. sitzen, die allesamt überhaupt nicht am Mobilfunk interessiert sind?
Machen Sie sich also bei Lektüre des tieferstehenden Textes selbst ein Bild über das leider verborgen bleibende und alleinige Interesse der im Hintergrund stehenden, einschlägigen Wirtschaft, was die Fortbildung unserer Kinder angeht.
(Kommentar von Dr. jur. Erwin Tripes).
Zum Internetzeitungstext, heruntergeladen von: http://diepresse.com/home/techscience/mobil/575388/index.do?_vl_backlink=/home/index.do :
„Studie: Handys in der Schule gut für die Lernleistung
21.06.2010 | 09:58 | (DiePresse.com
In der Fachhochschule St. Pölten wurde der Einsatz von Handys im Unterricht getestet. Die Experten sehen einen positiven Einfluss auf das Klassenklima und die Lernleistung.
Handys könnten sinnvoll in den Unterricht integriert werden. Zu diesem Ergebnis kamen Experten der Fachhochschule St. Pölten im Rahmen einer Studie. Der Einsatz von Handys kann die Lernleistung verbessern und sich auch positiv auf das Klassenklima auswirken, so die Autoren der Studie, die am Dienstag bei einer internationalen Konferenz "ICETC 2010" (International Conference on Education, Technology and Computer) in Shanghai (China) präsentiert wird.
Grenzenlose Mobilität.
Werbeeinschaltung in Die Presse internet, platziert an „passender“ (Aussage vom Kommentator) Stelle:
„Mit Nokias erstem Mini-Notebook ist man praktisch immer und überall online. Das Nokia Booklet 3G verfügt über bis zu 12 Stunden Akkulaufzeit, hochwertiges Design und jeder Menge Features aus dem Hause Nokia. Mehr Informationen»
Das mobile Gerät biete interaktive Möglichkeiten, die Schüler würden spielerisch und damit auch effizienter lernen. So haben sie sich im Feldversuch interaktiv mit dem Lernstoff beschäftigt, indem sie Aufgaben mit dem Handy in virtuellen Gruppen lösten, etwa über Frage-Antwort-Spiele“.
Überrascht waren die Studienautoren von einem anderen Effekt, wonach sich das Handy-Lernen positiv auf die Klassengemeinschaft auswirkt. "Denn wird das Handy von den Schülern in anonymen Teams genutzt, fallen die üblichen sozialen Probleme bei der Gruppenbildung weg - nämlich, dass Kinder normalerweise nur mit ganz bestimmten Mitschülern zusammenarbeiten wollen", so die Ergebnisse“.“