24.07.10
Alter: 47 Tage
Mobilfunkanbieter sponsert Studie zur Krebsrate durch Sendemasten
Alter: 47 Tage
Eine Studie hat das erhöhte Krebsrisiko bei Kindern, die in der Nähe von Mobilfunksende-masten widerlegt. Das berichtet das Britische Ärzteblatt in seiner Ausgabe 2010; 340: c30 77.
Mögliche Zusammenhänge zwischen der erhöhten Strahlung in Mastennähe und erhöhter Krebsgefahr sind seit Jahren Gegenstand kontroverser Diskussionen. Das Team um den britischen Wissenschaftler Paul Elliott vom Imperial College London stellte nun fest, dass ein gehäuftes Vorkommen an Erkrankungen noch keine Beweise für einen tatsächlichen Zusammenhang darstellt.
Für seine Studie hatte Elliott 1.397 Kinder im Alter von null bis fünf Jahren mit Erkrankungszeitraum zwischen 1999 bis 2001 die Entfernung zu einem Mobilfunksende-masten ermittelt. Die Theorie eines Zusammenhangs konnte sich nicht bestätigen, da die Kontrollgruppe, die aus vier gleichaltrigen und gleichgeschlechtlichen gesunden Kindern pro Erkranktem weiter vom Sendemasten entfernt hätte wohnen müssen.
Ein weiteres Indiz für einen Zusammenhang ist die erhöhte Energiedichte – vermehrte Wärmeentwicklung durch Mikrowellen – die im Umfeld von kranken Kindern nicht festgestellt werden konnte. Das erkläre sich alleine dadurch, so Elliott, dass das Mobiltelefonieren selbst eine höhere Energie entstehen lässt als der Masten selbst. Wer bereits vier Sekunden mobil telefoniert, setzt seinen Kopf der gleichen Strahlung aus wie ein Bewohner nahe eines Sendemastens pro Tag.
Studien mit Gegenbeweis wertet der Forscher so, dass hier ein Zusammenhang mit einer sogenannten Boundary shrinkage vorliegt: „Die geografische Fläche, die Zeitperiode der Diagnose und die demografischen Daten der Patienten würden eng um die Erkrankungsfälle gezogen. Würde ein gleichmäßiges Raster auf die Fälle angewendet, verschwinde der Cluster meistens“, zitiert die „Ärzte Zeitung“ den Wissenschaftler in ihrer Online-Ausgabe vom 23. Juni.
Allerdings lassen die Umstände Zweifel an der Neutralität der Studie aufkommen. Als Sponsor traten das Mobile Telecommunications and Health Research Programme (MTHR) auf – ein gemeinsames Produkt von Gesundheitsministerium und Mobilfunkanbietern.