29.07.10
Alter: 2 Jahre
Die letzte Zuflucht: Kirche, Berge, einsame Inseln
Alter: 2 Jahre
Immer mehr Wellness-Hotels werben inzwischen damit, dass bei ihnen keine Mobiltelefone erlaubt sind.
Handys auf der Hütte: einfach nervig.
So bleibt den Hütern der letzten Zufluchstätten nur die Möglichkeit, auf die Vernunft zu setzen – und den Druck der Gesellschaft. Wenn etwa während des Gottesdienstes oder mitten in Wagners Wallküre der aktuelle Klingelton-Hit „Schnuffel – Der Kuschelsong“ aus der hinteren Reihe ertönt – ist dem Verursacher die gesellschaftliche Ächtung gewiss.
Handys nerven auf Berghütten
Zahlen für einen Moment ohne Telefonate
Und doch reicht selbst das inzwischen nicht mehr immer aus. Die Tegernseer Hütte etwa ist ein Idyll in den bayerischen Voralpen: 1700 Meter Höhe, atemberaubender Bergblick – ein Ort der Ruhe. Damit dies so bleibt, hat Hüttenwirt Michael Ludwig ein Schild an die Wand gehängt: „Handy bitte ausschalten“, steht da. Und das ist offensichtlich nötig. Es werde jedes Jahr schlimmer, sagte Ludwig der Nachrichtenagentur dpa. „Die Leute kommen an der Hütte an und müssen erst mal in ihr Handy reinquaken, wie schön es hier oben ist.“ Manch einer packe sogar sein Laptop aus.
Vermutlich wird sich vor allem diese Variante in Zukunft durchsetzen: Wer von den Telefonaten seiner Mitmenschen in Ruhe gelassen werden will, muss dafür zahlen. Kostenpflichtige Ruhebereiche garantieren dann in Bahn, Flugzeug oder auch auf öffentlichen Plätzen ein Rückzugsgebiet ohne Handys. Erste Ansätze sieht man in der Tourismusbranche. Immer mehr Wellness-Hotels werben inzwischen damit, dass bei ihnen keine Mobiltelefone erlaubt sind.
Aber in Kärnten empfiehlt die Wirtschaftskammer geradezu das Gegenteil:
WLAN in jedem Hotel, jedem Gasthaus, jedem Bad.
Und in den Kirchen in Kärnten läßt der Umweltbischof rd. 40 Mobilfunkmasten zu.
Kein Weitblick oder einfach nur zurückgeblieben?
Wer weiß die Antwort?