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03.09.10
Alter: 1 Jahre
Sendeanlagen von Radio Vatikan und erhöhtes Krebsrisiko

 

Das Gutachten war von einem römischen Gericht im Jahr 2005 beauftragt worden, nachdem bei den von Radio Vatikan vor den Toren Roms betriebenen Sendeanlagen Emissionen gemessen worden waren, die über den gesetzlichen Grenzwerten lagen und Anwohner Beschwerde wegen vermuteter Gesundheitsgefahren eingelegt hatten. Nach fünfjähriger Arbeit hat Andrea Micheli vom Internationalen Tumor-Zentrum in Mailand das Gutachten im Juni 2010 vorgelegt. Wie italienische Medien berichten, wird Radio Vatikan darin vorgeworfen, durch jahrelanges Überschreiten der Grenzwerte für einen Anstieg von Krebserkrankungen in den Gemeinden nördlich von Rom verantwortlich zu sein. Die Tageszeitung „La Stampa“ zitiert aus dem Gutachten: „Es gibt einen bedeutsamen, aussagekräftigen und schlüssigen Zusammenhang zwischen der Exposition gegenüber Sendeanlagen von Radio Vatikan und dem Leukämie- und Lymphomrisiko bei Kindern.“ Der Vatikan weist jeglichen Zusammenhang zurück. Sendedirektor und Vatikan-Sprecher Federico Lombardi erklärte dazu: „Radio Vatikan hält sich an die italienischen und internationalen Grenzwerte für elektromagnetische Emissionen. Die Wissenschaft hat keineswegs festgestellt, dass Elektrosmog negative Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit hat.“ Der Heilige Stuhl werde in Kürze eine eigene Expertenbewertung zu dem Fall vorlegen, so Lombardi.

Download des Gutachtens in italienischer Sprache und Bericht in der Zeitschrift „La Repubblica“ vom 14.07.2010: tinyurl.com/36zc5gq

(Quelle WIK 15(2010)