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07.10.11
Alter: 224 Tage
Der gegenwärtige Forschungsstand zur Krebsgefahr

 

Eine langfristige Gefahr ist das Krebsrisiko.28 Aus der allgemeinen Krebsstatistik geht hervor, dass die Krebserkrankungen steigen, jedoch liegen in Deutschland in der Auswertung des Robert-Koch-Institutes nur Zahlen bis 2004 vor:

„Inzidenz und Mortalität: Im Jahr 2004 erkrankten in Deutschland ca. 230.500 Männer und ca. 206.000 Frauen an einer Krebserkrankung (ohne nicht melanotische Hauttumoren). Altersstandardisiert sind die Erkrankungsraten seit 1980 um 30 % bzw. 20 % gestiegen, die absolute

Zahl der jährlichen Neuerkrankungen hat um 90 % bzw. 40 % zugenommen. Im gleichen Zeitraum nahm die altersstandardisierte Mortalität deutlich ab.“

Überlebensraten: Die relativen 5-JahresÜberlebensraten der Männer haben sich von 38 % Anfang der 1980er-Jahre bis auf 53 % für die Diagnosejahre 2000 bis 2004 verbessert.

Im gleichen Zeitraum sind die relativen 5-JahresÜberlebensraten der Frauen von 50 % auf 60 % angestiegen.“

(S.156)29

Der Zusammenhang Mobilfunkstrahlung und Krebs wird auf verschiedenen Ebenen untersucht, v.a. in Laborversuchen an Zellen.

Die größte epidemiologische Studie war die INTERPHONE – Studie. In ihr wurden durch statistische Auswertungen mögliche kausale Zusammenhänge beim Menschen weltweit erforscht. In der INTERPHONE-Studie30 wurde erstmals für eine bestimmte Krebsart im Ohr ein 2 bis 5 fach erhöhtes Risiko bei über 10-jähriger Nutzung festgestellt. U.a. dies veranlasste WHO zu der Einstufung „möglicherweise krebserregend“.

Erstmals wurde jetzt in Schweden ein genauerer statistischer Gesamtzusammenhang hergestellt: Hallberg / Johannson untersuchten die nordischen Länder.

Ihr Beitrag „Increasing rates of head melanoma in Nord countries“ (in: Pathophysiologie 2011.05.002) stellt seit ca. 2005 ein Ansteigen von Kopfmelanomen in allen nordischen Ländern fest. Sie stellen die These auf, dass es mit der Nutzung des Mobilfunks in Zusammenhang steht.

In einer neuen breit angelegten Untersuchung „Mortaliät durch Neoplasie und Mobilfunk-Basisstationen im Belo Horizonte-Stadtbezirk, Minas Gerais State, Brazil“ , Dode et al. (2011, Sci Total Envir) wird ein eindeutiger Zusammenhang zwischen allgemeiner Krebssterblichkeit und Entfernung zum Mobilfunksender hergestellt.

Eindeutig ist die Lage im Laborversuch an Zellen und Tieren. Hier liegt eine große Anzahl von Studien vor, die DNAStrangbrüche (Vorstufe zur Krebsentwicklung) durch Handybefeldung nachweisen. Die ./ bekannteste Studie in der dies für GSM-Strahlung nachgewiesen wurde, ist die REFLEX-Studie, die im europaweiten Verbund der EU durchgeführt wurde.31 Ihre Ergebnisse wurden inzwischen mehrfach bestätigt.

Eine Nachfolgestudie an der Medizinischen Universität Wien (2007) kam zu dem Ergebnis, dass UMTS schon bei 1/40-tel des Grenzwertes zehnmal krebserregender als die GSM-Technologie ist. Eine Zusammenfassung gibt der Studienüberblick von Prof. Mosgöller (Med.Uni.Wien) „Vorsorge aufgrund wiederholter Feststellung sogenannter a-thermischer Wirkungen von HFEMF“. 32

Ein weiteres alarmierendes Ergebnis kommt von der Universität Stockholm, von Prof. Igor Belyaev,33 der der RNCNIRP als auch der WHO/IARC Arbeitsgruppe angehört.

Konstant konnte er in mehreren Untersuchungen nachweisen, dass die Dauerbestrahlung v.a. der UMTSTechnologie die Krebsreparatur hemmt, bzw. verzögert und damit die Zelle zur Krebszelle entarten kann. Er bezieht das auch auf die Dauerbestrahlung durch Sendeanlagen.

Dr.Randall Huber von der ÖÄK schreibt zurecht: „Würden Medikamente dieselben Prüfergebnisse wie Handystrahlen liefern, müsste man sie sofort vom Markt nehmen. Denn keine Firma der Welt würde Arzneimittel entwickeln, die bei Versuchstieren oder in Zellexperimenten Krebs auslösen und dann behaupten, das werde beim Men-schen so schon nicht auftreten.“34

Diagnose-Funk unterstützt auf Grund des in der Forschung nachgewiesenen Gefährdungspotentials die Forderungen des Umweltausschusses des Europarates vom 06.05.2011

zum Schutz der Kinder: „8.3.1. innerhalb verschiedener Ministerien (wie z.B. Bildung, Umwelt und Gesundheit) gezielte Informationskampagnen für Lehrer, Eltern und Kinder entwickeln, um diese vor besonderen Risiken durch zu frühes, gesundheitsbedenkliches Dauertelefonieren mit Handys und Geräten, die über Mikrowellentechnologie funktionieren, zu warnen.

Trotz vieler Hinweise sind die Forschungsanstrengungen immer noch unzureichend, denn weder der Staat noch die Industrie haben ein Interesse, den Zusammenhang Handy und Krebs zu klären. Diagnose-Funk fordert, dass umfangreiche Mittel für die weitere Erforschung dieses Zusammenhanges vom Staat bereitgestellt werden. Zur Finanzierung schlagen wir vor, dass eine Ein-Euro-Abgabe von jedem verkauften Handy erhoben wird.

Weiterführende Literatur

Autorenteam Stuttgart-West: Die Fälscher. Mobilfunkpolitik und Forschung, Stuttgart 2008

Peter Hensinger: Von subtiler Fälschung zur Wissenschaftskriminalität. Erkenntnis und Interesse. Wie Politik und Wissenschaft

die öffentliche Meinung manipulieren, 2008, Freier Download:

www.diagnose-funk.org/downloads/df_bp_mf-forschung_vortrag_hensinger.pdf

Hardell, Lennart et al., Heimliche Verbindungen zur Industrie und Interessenkonflikte in der Krebsforschung, umwelt-medizingesellschaft,

3/2007

Die Gefährdung und Schädigung von Kindern durch Mobilfunk. Hrsg. Richter, Karl, Zimmer Guido, 2008

Wie empfindlich reagieren die Gene auf Mobilfunkstrahlung? Autoren: Adlkofer, Belyaev, Shiroff, Richter, 2008

Auf unserer Homepage www.diagnose-funk.org www.diagnose-funk.orgwww.diagnose-funk.org

Übersetzung der Gesamt-Analyse von Prof. Magda Havas

Von M. Havas kommentierter Originaltext der Studie von Aydin et al..

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