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12.01.12
Alter: 42 Tage
SMARTMETER

 

Weltweiter Widerstand , Kosten oft höher als Einsparung

Die aufkommenden »intelligenten« Elektrizitätszähler sind ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Viele Kunden der Energieversorger sind verärgert, weil sie damit nicht wie erwartet weniger, sondern mehr für elektrische Energie bezahlen müssen. Die detaillierten Daten, die »smart meter« aufnehmen, lassen außerdem die Datenschützer Alarm schlagen. In vielen Staaten der Welt regt sich Widerstand in Form von Internetforen und Bürgerinitiativen.

Mittlerweile haben sich die Pläne für die Installation intelligenter Zähler rund um die Welt verbreitet. Teils wurden die Kunden von den Energieversorgern aufgefordert, sich freiwillig daran zu beteiligen, teils wurden sie ihnen auch einfach aufgedrückt. Ob in Kalifornien, Australien oder sonstwo: Durchweg ist die Akzeptanz jedoch negativ, die Kunden sind verärgert. Einige Anbieter von elektrischer Energie haben den Tagestarif drastisch erhöht - bis zu viermal so hoch wie nachts. Aber viele Vorgänge wie etwa Mittagessen kochen lassen sich eben nicht in die Nacht verschieben. Die Rechnung ist nicht wie versprochen niedriger geworden, sondern sehr viel höher. Noch dazu sind viele „smart meter“ überaus kompliziert zu bedienen und erfordern fundierte Fachkenntnisse, die Otto-Normalverbraucher nicht hat.

Schließlich verursacht auch die Datenübertragung einige Kosten. Der Aachener Energieberater Peter Klafka hat ermittelt: „Ist weiter ein paralleles Telekommunikationsnetz notwendig und noch keine DSL-Verbindung vorhanden, verschlingt die permanente DSL-Verbindung pro Jahr rund 131 kWh, ein Kühlschrank kommt im Vergleich auf weniger als 100 kWh im Jahr“ [9].

Und noch ein ganz anders Problem erregt die Gemüter. Viele der neuen Zähler übertragen ihre Daten per Funk. Und das erfolgt keineswegs bei jedem Energieversorger nur einmal im Monat mit einem kurzen Funktelegramm auf 868 MHz. Sondern wegen des Maschennetz-Prinzips sammeln sich in den letzten Netzknoten vor dem zentralen Empfänger die Signale einer ganzen Siedlung an, d.h., diese funken fast ständig. Viele Menschen sind besorgt wegen des dadurch verbreiteten Elektrosmogs.

Problempunkt Datenschutz

Ein weiteres heißes Eisen ist der Datenschutz. Der neue Zähler kann die Messdaten in annähernd beliebig kurzen Intervallen registrieren. Für den Kunden eines EVU selbst mag es interessant sein, eine Kurve seines Bedarfs an elektrischer Energie über einen Tag hinweg aufzunehmen und zu analysieren. Indem die Energieversorger diese Daten erhalten, erfahren sie eine Menge über die Lebensgewohnheiten ihrer Kunden.

Das Internet hat es möglich gemacht, dass nun viele verärgerte Kunden von Energieversorgern miteinander in Kontakt treten, in Foren und auf informierenden Webseiten in langen Listen von Kommentaren. Der Widerstand wächst, vielerorts haben sich bereits Bürgerinitiativen gegen die Einführung der neuen Zähler gebildet, beispielsweise www.stopsmartmeters.org.

Quelle und Übersicht mit diversen Detailquellenangaben:

www.elektroniknet.de/messen-testen/technik-know-how/messgeraete/article/82017/2/Smart_Metering_unter_Beschuss/ ist lesenswert (gleichsam Pflichtlektüre der dort enthaltene Artikel von Helmuth Lemme v. 14. September 2011, 5 Teilabschnitte jeweils anzuklicken).