Seit den Neunzigerjahren haben
einige Laborstudien Hinweise
auf eine Schädigung der
Erbsubstanz durch Hochfrequenzstrahlung
(z.B. Mobilfunkstrahlung) gegeben.
Die jüngste und bekannteste
ist die REFLEX-Studie von 7
europäischen Universitäten
(2000-2004), in der an Zellkulturen
(„in vitro“) Chromosomen-Einzel-
und Doppelstrangbrüche
gefunden wurden. – Eine
indische Studie (2005) hat nun
an lebenden Menschen („in
vivo“) ebenfalls eine
Schädigung der Erbsubstanz
bei Mobiltelefonbenützern
gefunden:
HINTERGRUND:
Der Einfluss von Mikrowellen-/Hochfrequenzstrahlung
auf wichtige biologische Parameter
ist möglicherweise mehr als
ein bloss thermischer. Die Exposition
gegenüber Hochfrequenzsignalen,
die von Mobiltelefonen erzeugt
werden, hat dramatisch zugenommen,
und es wird von Einflüssen
auf physiologische, neurologische,
kognitive und verhaltensmässige
Veränderungen sowie von Herbeiführung,
Auslösung und Förderung
der Karzinogenese berichtet. Genotoxizität
wurde auch gemeldet aufgrund verschiedener
Testmethoden nach Exposition in
vitro und/oder in vivo, aber nicht
bei Mobiltelefonbenützern.
ZIELE: In der
vorliegenden Studie wurden DNA-
und Chromosomen-Schäden an
peripheren Blut-Lymphozyten von
Mobiltelefonbenützern erforscht,
die einer Mikrowellenstrahlung
im Frequenzbereich 800 bis 2000
MHz ausgesetzt waren. METHODEN:
DNA-Schäden wurden beurteilt
mittels des single cell gel electrophoresis
assay (SCGE), aneugenische und
klastogenische Chromosomenschäden
mittels des in vivo capillary
blood micronucleus test (MNT)
an insgesamt 24 Mobiltelefonbenützern.
ERGEBNISSE: Die mittlere
Kometenschweif-Länge (26.76
± 0.054 mm; 39.75% der
Zellen geschädigt) war bei
den Mobiltelefonbenützern
hochsignifikant grösser als
in der Kontrollgruppe. Auch der
in vivo Kapillarblut-Mikronukleus-Test
(MNT) offenbarte eine hochsignifikante
(0.25) Häufigkeit mikronukleisierter
Zellen.
FOLGERUNGEN: Diese Ergebnisse
heben einen Zusammenhang hervor
zwischen Mobiltelefonbenützung
(Exposition gegenüber Hochfrequenzstrahlung)
und genetischen Schäden.
Im Gefolge einer verbreiteten
Nutzung der Mobiltelefonie besteht
daher rascher Handlungsbedarf
im Gesundheitswesen.
Genetic damage
in mobile phone users: some preliminary
findings
Anita Gandhi
Gursatej
Department of Human Genetics,
Guru Nanak Dev University, Amritsar
143 005, India
jrgandhi@sancharnet.in
Indian
Journal of Human Genetics, 2005,
Vol.11, No. 2, pg. 99-104
(Zusammenfassung, übersetzt
durch Bürgerwelle Schweiz)
|