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News - Österr. Hausärzteverband unter Einfluss der Mobilfunklobby?

Österr. Hausärzteverband unter Einfluss der Mobilfunklobby?


Der Österr. Hausärzteverband (ÖHV) ist eine Ärzteorganisation, umfassend die Bundesländern Wien, NÖ, Bgld, OÖ und Stmk. Der Präsident, Dr.med. Christian Euler, sitzt in Rust, Bgld. (www.hausaerzteverband.at).
Dieser Verband informiert Ärzte mit einem 6-seitigen Farbfolder , dass aus heutiger Sicht keine Gesundheitsgefahr aus dem Mobilfunk bestehe, solange die Grenzwerte der Weltgesundheitsorganisation eingehalten würden.
Obendrein gäbe es nach Ansicht des ÖHV bis heute keinen wissenschaftlichen Nachweis, daß Mobilfunk die Gesundheit gefährde.
Da bekanntlich Angst krank machen könne, sei (diesbezüglich) der Hausarzt der richtige Ansprechpartner.

Über derartige Fehlinformationen erschüttert, haben sich etliche Hausärzte in Kärnten an den Verein „Risiko Elektro-Smog Kärnten“ (www.risiko-elektrosmog.at ) gewandt und gleich diesen Folder zur Information mitgeschickt.

Wesentliche Aussagen im Folder:

1) Basis für obige Ratschläge an die Hausärzte waren die Fachmeinungen der Universitätsprofessoren Dr. Wolf (Internist und FA für Arbeitsmedizin) sowie Dr.Vana (Physiker am Atominstitut der TU Wien). Diese zeichnen auch für den Inhalt dieses Folders verantwortlich.

Stellungnahme v. Risiko Elektrosmog Kärnten:
Die erwähnten Professoren, für den Inhalt dieses Folders verantwortlich, sind zufällig auch gleichzeitig Mitglieder des vom Vizekanzler eingerichteten „Wissenschaftlichen Beirates Funk“ (WBF, ein Gremium, das über den gesicherten Erkenntnisstand bezüglich Gesundheit und Mobilfunk informieren sollte).

Auffallend und merkwürdig ist jedoch, daß in diesem Beirat die Vertreter aus dem Bundeskanzleramt, dem Gesundheitsministerium und dem Umweltministerium (also den der Bevölkerung gegenüber tatsächlich verantwortlichen Institutionen) nur Beobachterstatus, aber kein Stimmrecht in diesem Gremium haben. Weshalb wohl?
Ein einziger Vertreter in diesem Beirat, der Krebsspezialist, Univ. Prof. Dr. Ludwig, hat es im November 2004 gewagt, in einer vierseitigen Zeitungsprivatanzeige, in der dieser Beirat die angebliche Ungefährlichkeit des Mobilfunks „bestätigt“, abweichend von dieser Verharmlosung seiner Kollegen festzustellen: Ein möglicher Zusammenhang zwischen Mobilfunkanwendung und Tumoreintritt sei aufgrund des zwischen 1980 und 1995 (wie aktuell) !!! vorliegenden Datenmaterials nicht auszuschließen!!!
Merkwürdig, daß dieser Krebsspezialist im ggstdl. Folder nicht zu Wort kommt?
Er ist übrigens auch nicht mehr im diesem äußerst mobilfunkfreundlich gesinnten Beirat vertreten!!!

So haben sich schon etliche kritisch denkende Personen, etwa Mag. Manfred Mohr in der „Presse“, gefragt, wer die nicht unbeträchtlichen Kosten für derartige Werbekampagnen und ein Gutachterteam von sicher nicht unentgeltlich arbeitenden Universitätsprofessoren auf- bringt und wo die Verantwortung und Kompetenz eines Gesundheits- Umwelt- u. Wissenschaftsministeriums bei einem solch komplexen Problembereich bleiben?
Ist eine solche Fragestellung auch im Zusammenhang mit den sicher beachtlichen Kosten der Herstellung eines 6-seitigen Hochglanzfolders samt Versendung in die Bundesländer, also weit über den Tätigkeitsbereich des ÖHV hinaus, ebenso erlaubt?

2) ÖHV-Präsident Dr.med. Euler hat den Eindruck gewonnen, daß Studien, die im Mobilfunk ein Gesundheitsrisiko erblicken, eher in den unseriösen Bereich gehören und somit den WHO-Empfehlung beruhigt vertraut werden könne, weshalb, so weiter im Folder, Kinder, Schwangere und ältere Menschen vor Mobilfunk geschützt seien.

Stellungnahme v. Risiko Elektrosmog Kärnten:

Erfreulich ist zunächst, daß Dr. med. Euler seine Unwissenheit zum Thema anlässlich des Hausärztetages am 18.5.2006 ungeniert offen gelegt hat.
Offenbar wurde er in einem Vorgespräch mit den vertretenen, „hochkarätigen“ Wissenschaftern Univ. Prof. Dr.Vana als Atomphysiker und dem Arbeitsmediziner Univ. Prof. Dr. Wolf schnellstens von der Ungefährlichkeit des Mobilfunks überzeugt.
Es war sodann nur konsequent, kraft eines wachen sozialen Gewissens einen mehr als überzeugenden Akt strahlender Lauterkeit und gelebter demokratischer Verantwortung zu setzen und ganz unbefangen Hochkarätiges auch eigenem Demokratieverständnis anzumuten, wenn Dr. Vana, als Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats Funk, in der Veranstaltung selbst „streng auf die Seriosität und Quellenangaben gemachter Aussagen achtete und ein breites Abgleiten in unbegründete Befürchtungen verhinderte“ Sic!!!
./ So einfach kann also objektive Meinungsbildung kreiert und veranlasst werden???
./ Ist es purer Zufall, daß die Argumente, die für die Gesundheitsunschädlichkeit des Mobilfunks in diesem Folder angeführt werden, ebenso vom WBF vorgetragen werden und diese faktisch deckungsgleich mit der Argumentation der Mobilfunklobby (Forum Mobilfunk) sind???
./ Wieso verweigert etwa die gesamte namhafte Versicherungswirtschaft übereinstimmend die Aufnahme des Gesundheitsrisikos durch den Mobilfunk in ihre Versicherungspolizzen??
./ Hat Dr. med. Euler noch nichts von den konkreten Warnungen der Österr. Ärztekammer und den neuesten umweltmedizinischen Sbg. Vorsorgewerten zum Schutz der Gesundheit gehört oder gelesen, die denen in Russland ähnlich sind? ( www.fgf.de ).
./ Hat er nichts vom Einspruch der Österr. Ärztekammer gegen die Vorsorgewerte im Mobilfunk der neuen ÖNORM gehört?
./ Hat er nichts davon gehört, daß die ggstdl. WHO-Werte von einem privaten Verein (ICNIRP) stammen, einem Verein der der Mobilfunklobby nahe stehen soll und der sich jahrelang zu Unrecht als Unterorganisation der WHO beschreiben ließ? daß zwischen den Grenzwertfestlegungen der ICNIRP und etlichen osteuropäischen Ländern bis zu drei Zehnerpotenzen liegen und die ICNIRP bei ihren Grenzwertempfehlungen und Studiendesigns obendrein keine Zeitwertfaktoren berücksichtig?
./ Hat er auch nichts von den diesbezüglichen Warnungen von der Gesundheitsministerin gerade für empfindliche Personen gehört?
./ Hat er auch noch nichts über die wissenschaftlich erwiesenen Auswirkungen der ather- mischen Wirkungen des Mobilfunks erfahren? (s. Symposium in Richmond USA 1969!!!)

Ein Blick, ua. in die Dokumentation des Vortrages von Prof. em. Dr. med. habil. K. Hecht
(Anhörung im Bayerischen Landtag zum Thema :“ Mobilfunk/Elektrosmog/Gesundheit“ am 7.7.2006) würde übrigens weder ihm noch den sogenannten Experten im WBF schaden.

3) Im Folder wird behauptet, daß in Österreich die international anerkannten Grenzwerte der Weltgesundheitsorganisation Geltung hätten.
Ebenso wird behauptet, daß diese (von der Mobilfunklobby erwünschten) Grenzwerte international anerkannt seien.

Stellungnahme v. Risiko Elektrosmog Kärnten:

Hier wird offenbar bewußt die Unwahrheit verbreitet.
a) Bekanntlich gibt es in Österreich keine festgelegten Grenzwerte.
Eigenartig, daß diese Tatsache all den hochkarätigen seriösen Wissenschaftern verborgen geblieben ist, die für den Inhalt des Folders verantwortlich zeichnen.
Die Mobilfunklobby behauptet Ähnliches, wodurch jedoch diese Unrichtigkeit nicht zur Wahrheit wird. Wieso hier wohl ein so zufälliger Gleichklang herrscht?
b) Unrichtig ist auch die Behauptung, die von der Mobilfunklobby gewünschten Grenzwerte seien international anerkannt:
So hat schon seit vielen Jahren Russland als einziges Land, basierend auf zahlreichen intensiven wissenschaftlichen Forschungsergebnissen seit den Vierzigerjahren Grenzwerte zum Gesundheitsschutz seiner Bevölkerung festgelegt, die auch vor athermischen /biologischen Wirkungen hochfrequenter Strahlung schützen, weil diese als wesentlich gefährlicher als die thermischen Auswirkungen angesehen wird. (Leider von der westlichen Mobilfunklobby (in Österreich: Forum Mobilfunk) aber praktisch gleichlautend von ICNIRP und damit auch der WHO und „unserem“ Wissenschaftlichen Beirat Funk einmütig verharmlost).
(Wie es zu den bloß die Wärmeeffekte berücksichtigenden Grenzwerten der WHO kommt, dazu sie oben zu PKt 2).

4) Weiters behaupten die Autoren im Folder, es gebe weltweit keine Beeinträchtigung durch Mobilfunk .

Stellungnahme v. Risiko Elektrosmog Kärnten:

Damit widersprechen sich die Autoren selbst, weil sie ja zumindest zugeben, daß es sehr wohl thermische Effekte gibt.
Obendrein haben die Inhaltsverantwortlichen weder die unzähligen Studien der damaligen Sowjetunion gelesen, noch Kenntnis von der Tatsache, daß sich sogar der „Vater der Grenzwerte West“, Prof. P. Schwan, der szt. aus dem hohlen Bauch einen Grenzwert im Jahre 1955 erfunden hatte, diesen im Jahre 1968 revidieren musste (s. Brodeur 1980). Oder aber sie behaupten bewusst die Unwahrheit, wovon aber Risiko Elektro-Smog Kärnten nicht ausgeht. Dann aber wiederum erhebt sich die Frage nach der Gründlichkeit ihrer einschlägigen wissenschaftlichen Befassung mit diesem Thema.

5) Behauptet wird weiters, daß die Mobilfunkbestrahlung durch einen Handymasten um den Faktor 1000 geringer liegen „kann“!! als bei direktem Handytelefonat .

Stellungnahme v. Risiko Elektrosmog Kärnten:

Dies „kann“ natürlich dann zutreffen, wenn der Sendemast einige Kilometer vom zwangsweise bestrahlten Menschen entfernt liegt. Jedenfalls trifft dies dann nicht zu, wenn der Mast nur wenig Abstand etwa zum Schlafzimmerfenster, zum Kindergarten, zum Pflegeheim oder zum Krankenhaus hat und dort Tag und Nacht strahlt.
Daß sich daher jeder Mensch zwangsweise als mobilfunkbestrahltes Versuchskaninchen sehen müsste, wird wohlweislich verschwiegen.
Freilich kann man sich auch mit andauerndem Handygebrauch, wie ja von der Mobilfunklobby über teuerste Inserate beworben (Fernsehen, Video, Fotos versenden, etc., etc.), derart selbst bestrahlen, daß die Gesundheitsgefahr unabsehbar wird. Das Gesundheitsministerium warnt zwar insbesonders die Kinder vor diesem Risiko, dies dürfte aber bei der Droge „geschenktes Handy“ eher wirkungslos bleiben. (Sie können ja auch Pornos und Gewalt anschauen).
Allein schon daraus wird für kritisch denkenden Menschen ersichtlich, wie manipulativ in diesem Folder „informiert“ wird.

6) Letzte Schlussfolgerung im Folder:
Hast du Angst vor der Mobilfunkstrahlung, geh´ einfach zu deinem Hausarzt, der ist der richtige Ansprechpartner.

Stellungnahme v. Risiko Elektrosmog Kärnten:

Wer´s glaubt, wird vielleicht selig, aber sicherlich nicht ausreichend und fachkompetent informiert oder mit empfohlenen Schutzmaßnahmen vertraut gemacht. Mit Ausnahme von jenen Ärzten - hoffentlich möglichst vielen - die sich nicht an die Weisheiten im Folder halten.

Risiko Elektro-Smog Kärnten wird diese Information jedenfalls an die Österr. Ärztekammer weiterleiten, weil im Hinblick auf die oftmals verharmlosende Darstellung in diesem Folder zu überprüfen sein wird, ob hier nicht gegen ärztliche Standespflichten verstoßen wird, rücksichtlich der offenkundigen gegenteiligen Informationen der ÖÄK sowie der Gesundheitsministerin zu diesem Thema.