1) Am 7.6.2006
hat RESK nachstehendes Schreiben
an Diözesan- und Umweltbischof
Dr. Alois Schwarz gerichtet:
Mittwoch, 7. Juni 2006
Betr.: Ersuchen um Mithilfe
Sehr geehrter Herr Diözesan-
und Umweltbischof Dr. Alois
Schwarz!
./ Aus den Medien wurde Ihre
besonders innige Anteilnahme
für die Opfer der Atomstrahlungskatastrophe
von Tschernobyl bekannt. (Bischof
Schwarz in einer Stellungnahme
am Mittwoch, 26. April 2006,
anlässlich des 20. Jahrestages
des Unfalls).
Dies ermutigt den gemeinnützigen
Verein Risiko – Elektrosmog
– Kärnten, sich mit
dem tieferstehenden, dringenden
Ersuchen an Sie zu wenden:
./ Die Umweltmedizin vergleicht
die derzeit gesundheitsgefährdende
Intensität, mit der Elektrosmog
besonders nachhaltig von den
Mobilfunksendestationen auf
Menschen und Tiere ausgestrahlt
wird, bereits mit der Gefährlichkeit
der Atomstrahlung!!!
Die Ärzte stützen
sich dabei auf aktuelle wissenschaftliche
Erkenntnisse und Forschungsergebnisse
im Zusammenhang mit weltweit
immer zahlreicher werdenden
akuten Beschwerden der betroffenen
Bevölkerung, die jedoch
von der Mobilfunklobby vermutlich
wohl aus massiven wirtschaftlichen
Gründen, einfach negiert
werden.
./ Diese Gefährdungssituation
berücksichtigend, haben
bekanntlich bereits einige Diözesanbischöfe
in Österreich untersagt,
dass Mobilfunksender auf kirchlichen
Liegenschaften, zumeist verborgen
unter Kirchturmdächern,
errichtet werden dürfen,
um die unwissende Bevölkerung,
vor derartiger Bestrahlung zu
schützen.
Leider gibt es unseres Wissens
nach in Kärnten aus Diözesansicht
bisher keine derartige Vorsorge.
Gerade Sie, sg. Herr Bischof
Dr. Schwarz, hätten es
insbesonders auch als Umweltbischof
in der Hand, dieses Gefahrenpotential,
so wie es einige Ihrer Kollegen
bereits getan haben, in Ihrem
Bereich auszuschalten.
Sie wollen doch sicherlich
nicht mitverantworten, dass
wir, vergleichbar nach einem
Reaktorunfall, ebenso erst nach
dem Platzen der Mobilfunkbombe
für die diesbezüglichen
Opfer, Kinder, Frauen, Männer,
Tiere und Umwelt, zu beten beginnen,
wenn es längst zu spät
ist?
Wir würden uns freuen,
wenn Sie uns Gelegenheit gäben,
unser Anliegen auch persönlich
bei Ihnen vorzutragen zu dürfen.
Nähere Informationen zum
Thema, über uns und unsere
Tätigkeit entnehmen Sie
gerne unserer Homepage: www.risiko-elektrosmog.at
.
Ihrer geschätzten Stellungnahme,
die wir auch ins Internet stellen
werden, entgegensehend, verbleiben
wir mit vorzüglicher Hochachtung.
Für den Verein
Der Obmann
Dr. jur. Erwin Tripes
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2) Am 7. 7.
2006 hatte RESK Herrn Mag. Ernst
Sandriesser im Auftrag des Bischofs
zu
Besuch und führte mit diesem
das nachstehende Interview:
Interview vom 7.7.2006 von
Risiko-Elektrosmog Kärnten
(RESK) mit Herrn Mag. Ernst
Sandriesser (ES), Diözese
Gurk Umweltbeauftragter der
Diözese Gurk
zum Thema schriftliche Mobilfunk-Anfrage
an Diözesan-Umweltbischof
Schwarz v.7.6.2006
1) RESK: Sie kennen unser obzitiertes
Schreiben an den Bischof. Wie
stehen Sie persönlich zu
Mobilfunksendern unter Kirchturmdächern
und auf kirchlichen Liegenschaften,
zumal Sie über einiges
Fachwissen darüber verfügen?
E.S.: Ihre Anfrage an den
Bischof ist mir bekannt . Ich
bin als Theologe seit 1998 auch
als Umweltreferent für
die Diözese tätig.
Meine Tätigkeit konzentrierte
sich bisher allerdings auf die
Schwerpunkte Klimawandel, Verkehrsreduzierung
und Feinstaub, Autofasten, Einsatz
von Solarenergie auf Kirchen,
etc.
Das Thema E-Smog und das diesbezügliche
Gefahrenpotential ist mir allerdings
geläufig, zumal ich darüber
auch kompetent vom Umweltmediziner
der Österr. ÄK, Dr.
Oberfeld instruiert worden bin.
Die Umweltreferenten der österr.
Diözesen haben diesbezüglich
auch beschlossen, einen Ausstieg
aus dem Mobilfunksenderbereich
auf kirchlichen Liegenschaften
zu planen, was jedoch bisher
nicht in Angriff genommen wurde.
2) RESK: Teilt der Bischof,
der auch die Funktion eines
Umweltbischofs wahrnimmt, Ihren
Standpunkt oder will man den
diversen Pfarren solch separate
Einkünfte nicht verwehren,
was allerdings in anderen Diözesen
bereits durchaus über bischöfliche
Anordnung geschieht?
E.S: Die Mastenproblematik
auf Kirchen wurde vom Vorgängerbischof
geerbt. Die Mastenanzahl auf
kirchlichen Liegenschaften in
Kärnten ist eher gering.
Es handelt sich um etwa 30 -40
Sendeanlagen oder um rd. 4%
auf Kärnten insgesamt bezogen.
Deshalb ist das Problembewußtsein
hier noch eher gering. Obendrein
benötigen die einzelnen
Pfarren Zusatzeinkünfte
und es würde schwierig
sein, dagegen zu argumentieren,
zumal dann die Masten allenfalls
auf Nachbarliegenschaften errichtet
würden.
RESK: Dazu, wie allenfalls Mastenaufstellungen
auf Nachbarliegenschaften verhindert
werden könnten, kommen
wir noch später.
3) RESK: Der Bischof hat zum
Thema
„Können
Kirchen mit ethischer Kapitalanlage
gewinnen?“
Einen bedeutenden Vortrag bei
einer Veranstaltung
von oekom research und CRIC
e. V. gehalten,
unter dem Motto: Doppelte
Dividende. Der Trend Ethisches
Investment
Freitag, 17. September 2004,
Haus „Am Spiegeln“
in Wien .
Daraus wichtige Positionen
der Kirche im Zitat (jeweils
in roter Schrift):
Das „Sozialwort
des ökumenischen Rates
der Kirchen in Österreich“
(1. Adventsonntag
2003) formuliert im Kapitel
„Wirtschaft“ ein
klares Leitbild
für verantwortungsbewusstes
Wirtschaften der Kirchen selbst
und definiert dort
gleichzeitig auch ihre Position
im gesellschaftspolitischen
Kontext……
3.1.……… also
ihr Vermögen vorwiegend
in
solchen Fonds anzulegen, und
in die in Unternehmen investieren,
welche ihre
Tätigkeit in überprüfbarer
Weise nach Umwelt-, Sozial-
und Menschenrechtskriterien
ausrichten.
3.2.„Auch
Christen und Christinnen sind
aufgerufen, verantwortliches
Wirtschaften in ihrem eigenen
Lebensbereich umzusetzen und
in ihren
Geld- und Vermögensanlagen
auf ethisches Investment zu
achten.“
(202)
3.4. Was
sind „ethische Kapitalanlagen“?
Im Gegensatz zu dem fiskalpolitischen
Grundsatz „Pecunia non
olet“(Geld stinkt nicht)
…möchte man sein
Geld nicht in
Verbindung mit der Produktion
von Landminen, von Umweltgiften,
(s. E-Smog?) von
Kinderarbeit und Frauendiskriminierung
gebracht wissen. Das
gilt vielleicht in
besonders verschärfter
Weise für die Kirchen.
………so gilt
es, einen eindeutigen Ausschlusskatalog
zu definieren
und anzuwenden. Er umfasst heute
nicht nur Waffen, Atomenergie
und
Pornografie, sondern
auch – mit Einschränkungen,
was etwa die Position des
Vatikan in Bezug auf Entwicklungsländer
und Hunger angeht - grüne
Gentechnik, Embryonenforschung
oder Tierversuche
(Versuche am Menschen,
wie er die Mobilfunkverstrahlung
verträgt schon?)
3.5.
unser
Glaube verlangt von
uns ein gewisses Maß von
Enthaltsamkeit im
Gebrauch der irdischen Dinge;
Erscheint die Kirche dagegen
als eine, die es mit den Reichen
und Mächtigen diese Erde
hält, dann büßt
sie dadurch an Glaubwürdigkeit
ein“
3.6 Die
Erziehung muss dringen
auf eine ganz und gar
menschliche Lebensweise
in Gerechtigkeit, Liebe und
Einfachheit.
Sie muss die
Fähigkeit wecken
zu kritischem Nachdenken
über unsere Gesellschaft
und über
die in ihr geltenden Werte sowie
die Bereitschaft, diesen
Werten abzusagen,
wenn sie nicht mehr dazu beitragen,
allen Menschen zu ihrem Recht
zu
verhelfen“.
3.7
Im Blick auf die hier dargelegten
grundsätzlichen ethischen
Erwägungen und
kirchlichen Aussagen ist deshalb
zu sagen:
Die Kirche kann nicht nur, soll
nicht nur, sondern muss
sich an ethisch
begründeten Kapitalanlagen
beteiligen. Schließlich
will sie sich in die
gesellschaftliche Diskussion
einmischen und zu einem Gesinnungswandel
beitragen, der im Sinne der
oben skizzierten Sozial- bzw.
Wirtschaftsethik in
begründeter und realistisch
umsetzbarer Weise zu einem Bedingungswandel
führt. (Karl Homann)
3.8
Aufgabe der
Kirchen ist es aber
auch, die persönliche
Bedeutung von Gewinn und Wohlstand
für die Menschen zu relativieren
und dazu beizutragen, dass solche
Ziele sich
nicht immer mehr verselbstständigen
und absolut gesetzt werden.
4) RESK: Sie kennen die hohen
Moraleinforderungen wie oben
zitiert und Sie haben uns bedeutet,
daß der Bischof die prekäre
Situation mit den Masten auf
kirchlichen Liegenschaften von
seinem Vorgänger geerbt
habe.
Hat es unter seiner Regentschaft
keine neuen Mastenerrichtungen
auf kirchlichen Liegenschaften
gegeben?
E.S: Seit dem Amtsantritt
des Bischofs in Kärnten
gab es meines Wissens nach nur
Umrüstungen auf UMTS.
Ich Kann Aber nicht zu 100 %
ausschließen, daß
auch neue Masten auf kirchlichen
Liegenschaften errichtet wurden.
Ab 2004 kann ich dies jedoch
ausschließen.
Ich werde diese Frage jedoch
bearbeite .mit Herrn Mag. Kronawetter,
dem Juristen der Diözese.
5) RESK: Angeblich soll sich
der Erzbischof von Salzburg
einerseits mit der Mobilfunklobby
gegen einen Handymastgeschädigten
(Mast auf einem Caritasheim)
prozessual verbündet haben,
andererseits aber seine eigenen
Räumlichkeiten im erzbischöflichen
Palais am Salzburger Kapitelplatz
gegen die Handymastenstrahlung
mit den modernsten Mitteln abgeschirmt
haben ( lt. Dr. Med. Hans Scheiner,
Anna Scheiner in „Mobilfunk
die verkaufte Gesundheit“,
Michaels Verlag, S.104,ff).
Wurden auch die Räumlichkeiten
von Umweltbischof Schwarz gegen
E-Smog abgeschirmt?
E.S.: Wird nachgeprüft.
6) RESK: Sie wissen, daß
sich die Kinder und Jugendlichen
via Mobilfunk auch Pornografie
und Gewalt aus dem Internet
via Handy herunterladen. So
sind also auch Handymasten auf
kirchlichen Liegenschaften dazu
hilfreich?
E.S.: Das Thema wurde bereits
intern diskutiert und auch nach
außen in Umlauf gebracht.
Hier wäre jedoch noch nachzustoßen.
RESK: Das dürfte jedoch
bei den Pfarrern schwierig sein,
die einen solchen Masten auf
ihrer Kirche haben?
E:S.: Das ist richtig,
aber man muß das Problem
angehen, ähnlich wie das
der unabsichtlichen Beteiligung
der Kirche an Fonds zur Absicherung
der Priesterpensionen, etwa
an Pharmacieunternehmungen,
die die Pille herstellen.
7) RESK: Gibt es unter dem Unweltbischof
das Bestreben, aus diesen geerbten
Verträgen , insbesonders
unter Berücksichtigung
der oben unter PKt 3) angeführten
Zitate des Bischofs selbst,
auszusteigen und welche Maßnahmen
wurden dazu ergriffen?
E.S.: Derzeit ist nichts
diesbezüglich im Laufen.
Dies ist sicherlich die zentrale
Frage.
Es gilt, in der Diözese
dieses Thema mit vorrangiger
Priorität zu belegen. Ich
werde dazu aktiv werden.
8) RESK: Haben Sie als für
diese Problematik zuständiger
Sachbearbeiter die ggstdl. Verträge
juristisch auf Ausstiegsmöglichkeiten
prüfen lassen und bejahendenfalls,
welches Ergebnis ist dabei herausgekommen?
E.S.: Herr Mag. Kronawetter
hat dies geprüft und festgestellt,
daß die Kirche bei allfälligen
Schäden haftungsfrei wäre.
RESK: Nach unserer Ansicht
könnte sich Ihr Jurist
dabei allerdings gewaltig geirrt
haben.
Deshalb bieten wir an, Ihre
Verträge, ohne dafür
Kosten zu verrechnen, diesbezüglich
zu überprüfen. Ebenfalls
daraufhin, ob allenfalls eine
außerordentliche Kündigung
möglich wäre, weil
die Verträge unter Vorspiegelung
falscher Tatsachen abgeschlossen
worden sein könnten.
9) RESK: Auf der Website unseres
Vereins haben Sie auch rechtliche
Tipps, wie man sich gegenüber
Nachbarn, die auf ihren Liegenschaften
einen Mastenerrichten wollen,
wehren, bzw. diesen sachgerecht
über sein und das daraus
resultierende Gefahrenpotenzial
für Dritte informieren
kann, entnehmen können.
Wird die Diözese künftig
in dieser Richtung umweltverantwortlich
vorgehen und informieren?
E.S.: Ich nehme Ihr Angebot
gerne an und schlage vor, die
Vertragslage und das Thema selbst
gemeinsam mit Ihnen, Mag. Kronawetter,
unserem Wirtschaftsreferenten,
HerrnDr. med. Schmid, und mir,
durchzusprechen und gezielte
Vorschläge an den Bischof
zu erstellen
RESK: Wir
folgen gerne einer solchen Einladung,
dürfen jedoch darauf hinweisen,
daß wir in der Sache selbst
konsequent bleiben werden, insbesonders
was die von der Kirche mehrfach
(s. zit. Vortrag und Gedenken
an Tschernobil) geäußerte
moralische Selbstverpflichtung
angeht. Um eine Antwort im Gegenstande
wird also der Herr Bischof nicht
herumkommen.
Wir danken für Ihren Besuch,
das angenehme Gespräch
und verbleiben wie besprochen.
RESK
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3) Am 14.8.2006
hat RESK bei
Herrn Mag. Sandriesser nachgefragt,
was nun im Gegenstande seitens
der Diözese unternommen
werde und erfahren, daß
das obige Protokoll Herrn Mag.
Kronawetter zur weiteren Veranlassung
übergeben worden sei, der
die Sache nunmehr in den Wirtschaftsrat
der Diözese zur Beratung
einbringen werde.
Auf das Anbot von RESK,
in der Sache gratis beratend
tätig sein zu wollen, wurde
bisher nicht eingegangen.
Um dies Sache nicht in Vergessenheit
geraten zu lassen, wird dieser
Zwischenbericht ins Internet
gestellt.
Risiko
Elektrosmog Kärnten wird
in der Sache weiter berichten.