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…ein starker Ausdruck! Wird
da verallgemeinert und dramatisiert?
– Leider nicht. Denn der
Titel der Sonderausgabe des
International Journal of Occupational
and Environmental Health Nr.4
vom Oktober/Dezember 2005
lautet:
Korruption der Wissenschaft
durch die Wirtschaft.
Diese wissenschaftliche Zeitschrift
für Gesundheitsprobleme im
Arbeits- und Umweltbereich weist
in 14 von Spezialisten geschriebenen,
sachlich formulierten Fachartikeln
nach, dass die Firmen und Industrien
meist über die Gesundheitsrisiken
ihrer Produkte und Verfahren sehr
wohl Bescheid wissen, und dies
in der Regel schon von Anfang
an. Zur Vermarktungsstrategie
gehören die Taktiken, wie
Wissenschaft,
Gesetzgeber und Öffentlichkeit
über die wahre Schädlichkeit
der Produkte getäuscht werden
sollen. – Die Quelle dieser
Informationen sind Firmendokumente,
die anlässlich
von Schadenersatz-Gerichtsprozessen
bekannt wurden.
Der Mobilfunk
wird in der Sonderausgabe dieser
Fachzeitschrift nicht erwähnt.
Doch wer die Mobilfunkbranche
genau beobachtet, der weiss, dass
– international und im Gesamten
gesehen – Wort für
Wort dieser 14 Fachartikel auf
sie genauso zutrifft.
Zur Erinnerung: Der industriefreundliche,
teils mit Behörden personell
in Verbindung stehende, als offizielle
„Kommission“ getarnte
Verein der ICNIRP (International
Commission on Non-Ionizing Radiation
Protection), von der WHO (World
Health
Organization) als „Fachgremium“
anerkannt, schlug frühzeitig
Grenzwerte für elektromagnetische
Strahlung vor, die nur die thermischen
Auswirkungen der Strahlung berücksichtigten.
Folgsam übernahmen die Staaten
diese Grenzwerte. Zwar hätte
man schon in den 90er Jahren wissen
können, dass sie von der
ICNIRP absichtlich so hoch vorgeschlagen
wurden, um den Ausbau des Mobilfunks
nicht zu behindern. Dadurch jedoch
sind diese Grenzwerte für
den Gesundheitsschutz um Grössenordnungen
zu hoch.
Die Mobilfunkbranche wendet auch
alle weiteren in den 14 Artikeln
beschriebenen Strategien und Taktiken
an, zum Beispiel
- Beeinflussung
der Meinungsbildung in Wissenschaft,
Journalismus und
Öffentlichkeit über
die Wege der Fachinformationen
und über die Massenmedien
- Lobbyarbeit bei
Gesetzgebung, Druck auf Behörden
und Verordnungsgebung
- Bildung eigener
wissenschaftlicher Beiräte
oder Einflussnahme auf deren
Zusammensetzung
- Beteiligung an
Forschungsinstitutionen; Benützung
von an Universitäten angegliederten
Institutionen
- Bildung eigener
Frontorganisationen, Diskussionsforen
und Internetseiten und deren
Tarnung als „neutral“
- Ignorieren, Bezweifeln
oder Abwerten publizierter wissenschaftlicher
Nachweise von Effekten, die
in unabhängiger Forschung
gefunden wurden
- Unterdrückung
oder Nichtpublikation eigener
Forschungsergebnisse, die Effekte
zeigen
- „Science
to Specification“: Eigene
Planung von wissenschaftlichen
Studien (oder Einflussnahme
auf deren Planung) so, dass
das Ergebnis - z.B. ein Negativergebnis
(= „keine Effekte“)
– von vornherein möglichst
gesichert ist
- Einflussnahme
auf die wissenschaftliche Grundsatzdiskussion,
welche Kriterien ein Forschungsergebnis
für den schlüssigen,
allgemein akzeptierten Nachweis
von Effekten erfüllen muss
(= wie hoch die zu überspringenden
Beweishürden sind)
- Diskreditierung
von Wissenschaftern, deren Aussagen
dem Firmenziel der Gewinnmaximierung
schaden
- Finanzielle Zuwendungen
an gemeinnützige Organisationen
Quelle: Bürgerwelle
Schweiz
Güeterstalstr.19
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