Cindy Sage
Sage Associates,
1225 Coast Village Road, Suite
G, Santa Barbara, California 93108,
USA, sage@silcom.com
Einführung
Wissenschaftlich gesicherte
Erkenntnis ist keine notwendige
Voraussetzung für vernünftige
Entscheidungsfindung in einem
öffentlichen Prozess. Die
Forschung muss jedoch den Rahmen
vorgeben und den Wissensstand
vertiefen, in wie weit und in
welcher Weise bestimmte Expositionen
ein Gesundheitsrisiko darstellen
können.
Im Wesentlichen beruhen Entscheidungen
über den Zusammenhang zwischen
elektromagnetischen Hochfrequenzfeldern
(HF Feldern) und gesundheitsschädigenden
Effekten bei niedrigen Feldstärken
auf zwei Schritten: Zum einen
ist das gesamte wissenschaftliche
Datenmaterial zu dieser Frage
zu bewerten und der Öffentlichkeit
schlüssig, verständlich
und korrekt zu vermitteln.
Zum zweiten ist jener Grad
an Sicherheit zu definieren,
ab welchem es gerechtfertigt
ist, provisorische oder permanente
Schritte zur Risikoreduktion
zu setzen. Endgültige wissenschaftliche
Erkenntnis sollte weder implizit
noch explizit die Voraussetzung
dafür sein, dass die Gesellschaft
Maßnahmen trifft. Im Falle,
dass es sich um ein weltweites
Problem handelt, das eine große
Zahl von Personen betrifft,
sind selbst geringe Risiken
ausreichend, Minimierungsstrategien
zu veranlassen.
In diesem Papier werden die
wichtigsten Studien, die biologische
Effekte und mögliche Gesundheitsschäden
durch HF Feld-Exposition beschreiben,
zusammengefasst. Im Bemühen,
Wissenschaft verständlich
zu präsentieren, werden
die relevanten biologischen
Effekte übersichtlich und
tabellarisch aufbereitet. Dabei
wird versucht die Informationen
so zu gestalten, dass sie direkt
(als Overheadfolien oder Dias)
bei öffentlichen Hearings
zu Mobilfunkanlagen verwendet
werden können.
Effekte auf das genetische
Material (DNA)
Lai and Singh (1995) berichteten
als erste über Strangbrüche
in Nukleinsäuren unter
RF Feldern niedriger Intensität.
Sie fanden eine dosisabhängige
Zunahme von Einzel- und Doppelstrangbrüchen
in Hirnzellen, die über
2 Stunden gegenüber einem
Feld von 2450 MHz mit einer
spezifischen Absorptionsrate
(SAR) von 0,6 und 1,2 W/kg exponiert
waren. Dieser Effekt konnte
mittels des sensitiven Komet-Assay
sowohl bei gepulster als auch
bei kontinuierlicher Bestrahlung
nachgewiesen werden.
Phillips et al. (1998) berichteten
über Einzelstrangbrüche
unter Exposition mit Mobilfunkfrequenzen
(813,5 und 836,5 MHz) niedriger
Intensität (im Mittel 2,4
und 24 µW/g). Phillips
nahm an, dass die Reparatur
der DNA durch RF Felder beeinträchtigt
werde. Gleichzeitig wies er
darauf hin, dass auch niederfrequente
Felder (60 Hz) eine signifikante
Zunahme der Einzelstrangbrüche
in 1G und Molt-4 Lymphoblastomzellen
bewirken. (Department of Energy
Contractors Conference, Tucson,
Arizona, Abstract A-8, 1998).
Er vermutete, dass niederfrequente
Felder sowohl die Nukleinsäuren
direkt schädigten als auch
die Reparaturprozesse hemmten
und so zum Zelltod (Apoptose)
führten.
Es wird generell angenommen,
dass Mikrowellen nicht direkt
genotoxisch sind (das heißt,
zu einem direkten Schaden an
Genom oder DNA führen),
wenn sie nicht durch hohe Intensität
zu einer starken Gewebserwärmung
führen (thermische Wirkung).
Blank und Goodman (1997) vermuteten,
dass das elektromagnetische
Signal an der Zellmembran über
direkte Interaktion mit mobilen
Ladungsträgern in Enzymen
wirke. Jüngste Studien
zeigen, dass innerhalb der Nukleinsäuren
zwischen den Basenpaaren starke
Elektronenflüsse möglich
sind. Daher könnten elektromagnetische
Magnetfelder die Transkription
stimulieren und mit der DNA
direkt interagieren. Ältere
Arbeiten von Blank und Goodman
über Hitze-Schock-Proteine
(HSP) werden zitiert, die zeigen,
dass EM Felder die gleichen
Zellmechanismen auslösen
wie Erwärmung, jedoch bei
sehr viel niedrigerer Energiedosis
(siehe Gentranskription und
Induktion).
Chromosomale Schäden
und Mikrokerne
Garay-Vrhovac et al. (1999)
berichten, dass bei Arbeitern,
die chronisch HF Feldern von
1250-1350 MHz (bei lediglich
10-20 µW/cm²) ausgesetzt
waren, die Zahl der Mikrokerne
erhöht war.
Vijayalaxmi et al (1997, 1998)
zeigten den selben Effekt an
peripheren Blutzellen und Knochenmarkszellen
von Mäusen mit erhöhter
Neigung zur Krebsentstehung
unter 2450 MHz Bestrahlung.
Ursprünglich (1997) erschien
der Effekt nicht signifikant.
In einer neuen Kalkulation (1998)
korrigierten sie dies und zeigten,
dass die Zunahme der Mikrokerne
doch signifikant gewesen war.
Maes et al. (1993) exponierten
menschliche Blutlymphozyten
gegenüber 2450 MHz Feldern.
Bei a-thermischen Feldstärken
fiel eine deutliche Zunahme
an Chromosomenschäden und
Mikrokernen auf. Die Chromosomenschäden
nahmen mit der Dauer der Exposition
zu. Eine Art der aufgetretenen
Schäden, die Bildung dizentrischer
Chromosomen, gilt als typisches
Zeichen ionisierender Strahlen.
Die Ergebnisse sind konsistent
mit Schäden bei anderen
Frequenzen und Feldstärken,
die von anderen berichtet wurden
(Leonard et al., 1983; Garaj-Vrhovac
et al., 1990, 1991; d'Ambrosio
et al., 1992).
Maes et al. (1995) berichteten
über ein Experiment, in
dem Vollblut dem Feld einer
GSM-Basisstation ausgesetzt
wurde. In einer Entfernung von
weniger als 5 cm traten binnen
2 Stunden vermehrt Chromosomenschäden
auf. Die selben Autoren untersuchten
Kombinationswirkungen von 954
MHz Feldern und dem chemischen
Mutagen Mitomycin C an menschlichen
Lymphozyten. Die Blutproben
wurden der Strahlung einer Basisstation
(SAR ca. 1,5 W/kg) ausgesetzt.
Dies verstärkte den schädigenden
Effekt des Mutagens bezüglich
Sister Chromatid Exchange (SCE)
und Einzelstrangbrüchen.
Effekte auf die Ornithindecarboxylase
(ODC)
Litovitz et al. (1993, 1997a,
1997b) und Penafiel et al. (1997)
untersuchten die zelluläre
Produktion von ODC. Dieses Enzym
wird in schnell wachsenden Geweben,
insbesondere in Tumoren exprimiert.
Amplitudenmodulierte (aber nicht
frequenzmodulierte oder kontinuierliche)
835 MHz Felder hatten auf L929
Zellen ab einer SAR von ca.
2,5 W/kg einen signifikanten
Effekt. Dieser trat bei mehreren
Arten der Amplitudenmodulation
auf, unter anderem auch bei
der für das TDMA-Telefonsystem
typischen. So wurde der Effekt
bei Modulationsfrequenzen zwischen
16 und 65 Hz gefunden, nicht
aber bei 6 oder bei 600 Hz.
Wichtig war auch die Beobachtung,
dass der Effekt der ODC-Stimulierung
nur auftrat, wenn das Feld über
1 bis 10 Sekunden Zeitintervalle
konstant blieb. Falls die Frequenz
sich in Sekundenintervallen
änderte, kam es zu keiner
Stimulierung der ODC.
Gen-Transkription und
-Induktion
Goswami et al. (1999) berichten
erhöhte Fos mRNA-Levels
in Fibroblasten unter Mobiltelefon
RF Feldern. 835,62 MHz FM CW
Felder führten zu einer
statistisch signifikanten Verdoppelung
der proto-oncogenen Fos mRNA-Level.
Die 847,74 MHz (code division
multiple access; CDMA) Telefonfrequenz
führte zu einer 40 bis
90% Zunahme von Fos mRNA, die
auch statistisch signifikant
war. Diese Daten zeigen, dass
spezifische Gene (in diesem
Fall Proto-Onkogene) von RF
Signalen aus Mobiltelefonen
beeinflusst werden können.
Stressreaktion
Daniells et al. (1998)
wiesen nach, dass Nematoden
auf Mikrowellenstrahlung mit
Stress reagieren, der dem der
Einwirkung von Hitze oder toxischen
Chemikalien entspricht. Das
Nematodenmodell zeigte, dass
Mikrowellenstrahlung bereits
bei niedrigeren Energiedosen
eine heftigere Stressantwort
hervorrief als Hitze. Mikrowellen
führten zu Schäden
an intrazellularem Protein und
zur Induktion von Hitzeschockprotein.
Der Schaden ähnelte dem
von toxischen Metall-Ionen.
Die Induktion der HSP wurde
von den Autoren als klares Zeichen
eines biologischen Effektes
von Mikrowellen im Sinne einer
Stress-Antwort gedeutet.
Effekte der Mikrowellenstrahlung
auf zellularer Ebene
Das Gleichgewicht der Kalzium-Ionen
ist für die Zellkommunikation,
Zellwachstum und andere lebenswichtige
Prozesse sehr bedeutend. Einflüsse
auf den Kalziumfluss an Zellmembranen
wurden als einer der ersten
Bioeffekte von RF Feldern untersucht.
Die bahnbrechende Arbeit von
Adey und seinem Team hat viele
Einzelheiten aufgedeckt, wie
RF Felder die Kaskade zellulärer
Vorgänge beeinflussen.
Hier kann nur eine kleine Auswahl
dieser Arbeiten präsentiert
werden. Eine ausführliche
Zusammenfassung findet sich
bei Adey (1997).
Adey (1993) bietet einen Überblick
zu zellulären Bioeffekten
von Mikrowellen, die nicht auf
der Erwärmung des Gewebes
beruhen (a-thermische Effekte).
Besonders berücksichtigt
er AM und PM Mikrowellen und
diskutiert die Bedeutung freier
Radikale im Gehirn und Gefäßsystem
beim oxidativen Stress im Hinblick
auf Erkrankungen wie Alzheimer,
Parkinson, koronare Herzkrankheit,
Zellalterung und Krebs. A-thermische
Dosen von Mikrowellen-Strahlung
können sowohl als Tumor-Promotor
als auch als -Induktor wirken.
Warnend weist Adey darauf hin,
dass die gefundenen Bioeffekte
bei niedrigen Feldstärken
dringend nach weiteren Untersuchungen
verlangen, insbesondere in Bezug
auf nicht-lineare Dosis-Wirkungs-Beziehungen.
Dutta et al (1989) berichten
über Veränderungen
im Kalzium-Ionen-Haushalt sowohl
in den Nervengeweben von Vögeln
und Katzen wie auch in menschlichen
Neuroblastom-Zellen. Bereits
bei sehr niedrigen SAR (0,05
und 0,005 W/kg) fanden sich
bei 147 MHz (amplitudenmoduliert
mit 16 Hz) signifikante Effekte.
Weiters wird berichtet, dass
die Zunahme des Kalzium-Efflux
bei 0,05 W/kg sowohl zwischen
13 und 16 als auch 57,5 und
60 Hz Modulationsfrequenz am
höchsten war. Die Autoren
schließen, dass AM RF
in Nervenzellen verschiedenster
Tierspezies (einschließlich
des Menschen) Effekte hervorrufen.
Diese Effekte seien im Einklang
mit Ergebnissen anderer Studien
am Vogel- und Katzenhirn und
erlaubten, dass die gefundenen
Effekte verallgemeinert werden
können.
Zelluläre Effekte
am Immunsystem
Fesenko et al. (1999) berichteten,
dass eine Ganzkörperbestrahlung
männlicher Mäuse bei
einem Leistungsfluss von 1 µW/cm²
das Immunsystem signifikant
beeinflusste. Nach Novoselova
et al. (1999) führte eine
fünfstündige Bestrahlung
bei 1 µW/cm² zu einer
Immunstimulierung der Makrophagen
und T-Lymphozyten.
Lyle et al. (1983) fanden unter
a-thermischen Feldstärken
einer sinusförmig AM RF-Strahlung
eine Reduktion der zellulären
Immunfunktion. Ein 450 MHz RF-Feld
wurde mit 60 Hz moduliert. Das
unmodulierte Trägersignal
selbst hatte keinen Effekt,
und Modulationsfrequenzen von
3, 16 und 40 Hz führten
zu zunehmend schwächeren
Effekten als 60 Hz, welche die
stärkste Unterdrückung
der Lymphozytenaktivität
bewirkten.
Veyret et al. (1991) entdeckten,
dass sehr schwache gepulste
Mikrowellen das Immunsystem
signifikant beeinflussen, wobei
sowohl starke Verstärkungen
als auch Abschwächungen
der Immunantwort bei bestimmten
AM Frequenzen auftraten. Gepulste
Mikrowellen von 9,4 GHz wurden
zwischen 14 und 41 MHz amplitudenmoduliert.
Die Leistungsflussdichte betrug
30 µW/cm², die durchschnittliche
Ganzkörper-SAR etwa 0,015
W/kg. Das Trägersignal
ohne Modulation führte
interessanterweise zu keinem
Effekt.
Über einen Effekt von
AM und CW RF Feldern berichten
Elekes et al. (1996). Beide
bewirkten eine mäßige
Steigerung der Antikörper-Bildung
in männlichen Mäusen
(nicht hingegen in weiblichen).
Die Trägerfrequenz betrug
2,45 GHz (die in industriellen
Anwendungen gebräuchlich
ist), die Modulationsfrequenz
50 Hz (ähnlich der Frequenz
in einigen Mobiltelefon-Systemen
wie TDMA). Die Leistungsflussdichte
betrug 0,1 mW/cm². Dies
entspricht dem ungarischen Arbeitsplatz-Grenzwert
für Langzeitexposition.
Das Experiment fand unter Kurzzeit-Bedingungen
statt und die Autoren weisen
darauf hin, dass die Kürze
der Exposition eventuell für
die geringe Ausprägung
des Effektes verantwortlich
sei.
Blut-Hirn-Schranke
Die Blut-Hirn-Schranke spielt
eine wichtige Rolle, indem sie
die Aufnahme von Toxinen aus
dem Blut ins Gehirn verhindert
und so das Gehirn vor Schäden
schützt. Sie weist eine
selektive Permeabilität
auf, so dass einige Moleküle
wie z.B. Glukose durchgelassen
werden und andere nicht. So
erfüllt sie neben der Schutzfunktion
auch die Aufgabe der Aufrechterhaltung
eines optimalen Nährstoffgleichgewichts
in den Hirnflüssigkeiten.
Perrson et al. (1997) berichten
über pathologische Permeabilität
der Blut-Hirn-Schranke unter
915 MHz Mobilfunk-Frequenz sowohl
bei CW als auch gepulster RF
Strahlung. Beim niedrigsten
Expositionsniveau (0,0004 W/kg)
wurde der stärkste Effekt
gefunden. CW wirkte stärker
als gepulste, letztere am stärksten
bei einer Modulationsfrequenz
von 8-50 Hz. 55% der CW-exponierten
Ratten, nicht jedoch der PW-exponierten,
zeigten pathologische Veränderungen
der Blut-Hirn-Schranke bei höheren
SAR von 1,7-8,3 W/kg.
Salford et al. (1994) zeigten,
dass 915 MHz RF-Felder eine
erhöhte Permeabilität
der Blut-Hirn-Schranke bewirken.
Dies betrifft sowohl CW als
auch gepulste Strahlung. 56
von 184 Ratten, die SAR war
0,016 bis 5 W/kg, zeigten pathologische
Werte im Vergleich zu 5 von
62 Kontrollen. Ob dies ein unmittelbares
Gesundheitsrisiko darstellt,
sollte durch weitere Untersuchungen
geklärt werden. Die Tatsache,
dass sowohl CW als auch PW Felder
die Blut-Hirn-Schranke beeinträchtigen,
sei jedenfalls besorgniserregend.
Salford zitiert wenigstens 10
weitere Veröffentlichungen
zu Effekten von RF Feldern auf
die Blut-Hirn-Schranke.
Blutdruck
Lu et al. (1999) berichten,
dass Ultraweitband-EM-Pulse
in Ratten niedrigen Blutdruck
bewirken. Im Zeitraum von 45
Minuten bis 3 Wochen nach einer
Exposition von 0,121 W/kg kam
es zu einer signifikanten Senkung
des arteriellen Druckes ohne
Beeinflussung der Herzfrequenz.
Die Autoren weisen darauf hin,
dass die Blutdrucksenkung unter
UBW-Strahlung ein sehr konsistenter,
robuster und beständiger
Effekt sei.
Geschlechtsorgane
Dasdag et al. (1999) exponierten
Mäuse gegenüber Mobiltelefon-Feldern
und fanden deutliche strukturelle
Veränderungen in den Hoden.
Bei einer SAR von lediglich
0,141 W/kg sowohl im Sprach-
als auch im Stand-by-Modus kam
es zu Schrumpfungen der Samenkanälchen
im Durchmesser. Die Exposition
fand über ein Monat täglich
in zwei Stunden drei mal je
Stunde über eine Dauer
von 1 Minute statt. Histologische
Veränderungen traten aber
nur im Sprach- nicht aber im
Stand-By-Modus auf.
Krebs
Von den genetischen Bausteinen
des Lebens bis hin zum Gesamtorganismus
wurden Effekte von nieder- und
hochfrequenten EM Feldern gezeigt,
die gesundheitsschädlich
sein können. Alle Grundfunktionen
des Körpers, welche das
Zellwachstum und die Zellteilung
kontrollieren, die Immunüberwachung
sowie der Schutz vor Toxinen
können betroffen sein,
vielfach selbst bei umwelttypischen
Feldstärken. Krebs als
relevanter Endpunkt von RF Strahlung
ist seit 20 Jahren untersucht
worden und sowohl Tierexperimente
als auch Untersuchungen am Menschen
weisen auf einen Zusammenhang
zwischen bestimmten Formen der
Exposition und Krebs hin. Die
größte Sorge bezüglich
der Technologie der Mobiltelefonie
besteht in deren raschen weltweiten
Verbreitung, wodurch binnen
kürzester Zeit Millionen
Anwender einer potentiellen
Gefahr ausgesetzt werden, wobei
sich die Hinweise auf ein erhöhtes
Risiko für Hirntumore verdichten.
Im Auftrag der US Air Force
untersuchten Guy et al. (1984)
Ratten im ersten großen
Programm, das sich mit Effekten
von Mikrowellen auf die Gesundheit
befasste. Zum damaligen Zeitpunkt
gab es bereits mehr als 6000
Artikel zu biologischen Effekten
von RF Feldern, aber keinen,
der sich mit dem Gesundheitsrisiko
geringer Feldstärken befasste.
Historisch gesehen erbrachte
diese Studie als erste Belege
für Effekte unter Langzeitexposition.
John Mitchell (1992) vom Brooks
Air Force Base Armstrong Laboratory
als Auftraggeber von Guys Rattenexperiment
fasste zusammen: “Auf
unser Ersuchen führte Bill
Guy eine bedeutende Langzeit-Studie
durch, die besser und gründlicher
war als alle bisherigen Arbeiten
auf diesem Gebiet. Die Tiere
kontinuierlich über 2 Jahre
zu exponieren entsprach einem
gänzlich neuen Konzept,
für welches auch die gesamte
technische Ausrüstung neu
adaptiert werden musste.“
Das Ziel der Studie war, Tiere
während ihres gesamten
natürlichen Lebens einer
RF Strahlung von 450 MHz bei
einer Flussdichte von 1 mW/cm²
auszusetzen. Der Schwerpunkt
des Interesses lag auf möglichen
kumulativen Effekten auf Lebensdauer
und allgemeinen Gesundheitsindikatoren.
Der erste Bericht über
das Rattenexperiment erschien
1985 (US Air Force USAFSAM-TR-85-64
report "Effects of long-term
low-level radiofrequency radiation
exposure on rats"). Darin
wird eine vierfache, statistisch
signifikante Zunahme von Krebserkrankungen
dokumentiert.
Anlässlich der Festschrift
zu Guys Pensionierung berichten
Chou et al. (1992) neuerlich
über diese Ergebnisse.
Sie geben die damalige SAR mit
0,15 – 0,4 W/kg an. Verwendet
wurde ein 2450 MHz Feld mit
eine Pulsmodulation von 8 Hz.
Beachtlicherweise beträgt
die gegenwärtige ICNIRP-Empfehlung
zur SAR für die Allgemeinbevölkerung
ebenfalls 0,4 W/kg.
Obwohl Guy dringend eine Überprüfung
und Reproduktion seiner Ergebnisse
einmahnte, wurde über mehr
als ein Jahrzehnt keine weitere
vergleichbare Untersuchung in
Angriff genommen.
Repacholi et al. (1997) fanden
bei transgenen Mäusen unter
900 MHz GSM-Frequenz eine signifikante
2,4-fache Erhöhung der
Lymphominzidenz. Es ist bemerkenswert,
dass normale GSM-Signale über
nur zwei mal je eine halbe Stunde
täglich verwendet wurden.
Geschäftsreisende telefonieren
derzeit oft mehr als 3 Stunden
täglich.
Eine zweite Mäuse-Studie
von Repacholi (Harris et al,
1998) fand bei 50 Hz EM-Feldern
keine Zunahme von Krebserkrankungen.
Bezugnehmend auf die andere,
positive Studie und epidemiologische
Untersuchungen, die mit der
Nähe zu Hochspannungsleitungen
eine erhöhte Krebsinzidenz
fanden, diskutieren die Autoren,
dass für die Wirkung der
Hochspannungsleitungen nicht
die 50/60 Hz Felder, sondern
transiente Hochfrequenzfelder
verantwortlich seien. Im 50
Hz Mäuseexperiment erfolgte
die Exposition derart, das transiente
Hochfrequenzfelder minimiert
waren.
Hardell berichtete 1999 über
ein erhöhtes Risiko für
Hirntumoren bei Benutzern von
Mobiltelefonen. Hierbei handelte
es sich zumeist um Glioblastome
sowie um Meningeome und Neurinome.
Ein erhöhtes, allerdings
nicht statistisch signifikantes
Risiko fand sich bei analogen
Telefonen für maligne Hirntumore
an jener Seite des Kopfes, an
welcher das Telefon üblicherweise
gehalten wurde. Für GSM-Telefone
war die Expositionszeit noch
zu kurz für abschließende
Aussagen. Auf Akustikus-Neurinome
fand sich kein Einfluss.
Adey et al. (1999) beschrieben
einen schwachen protektiven
Effekt von Mobiltelefon-Feldern
auf die Entwicklung von Hirntumoren
bei Ratten. Verwendet wurde
ein TDMA Signal mit 836,55 MHz.
Der erwartete tumorpromovierende
Effekt wurde nicht gefunden,
hingegen (nicht signifikante)
Tendenzen zu einer Tumorprotektion.
Subjektive Symptome
bei Benutzern von Mobiltelefonen
Mild et al. (1998) berichten
über eine Schwedisch-Norwegische
Gemeinschaftsstudie zu Mobilfunkbenutzern
(sowohl analoge als digitale
Telefonie). Es fand sich ein
statistisch signifikanter Zusammenhang
zwischen der Gesprächszeit
bzw. der Zahl der Gespräche
pro Tag und der Prävalenz
bestimmter Symptome wie Wärmegefühl
hinter und um das Ohr, Kopfschmerz
und Müdigkeit. GSM-Telefone
zeigten allerdings eine schwächere
Wirkung, insbesondere in den
schwedischen Daten.
Hocking (1998) untersuchte,
ob die normale Benutzung von
Mobiltelefonen unmittelbar zu
Beschwerden im Kopf-Hals-Bereich
führt. 40 Teilnehmer mit
ausstrahlenden Schmerzen berichteten
über sehr unterschiedliche
Latenzzeiten und zeitliche Verläufe
der Beschwerden (bei Wenigen
Schmerzen binnen 5 Minuten ab
Telefonat, bei 12 eine Zunahme
der Beschwerden über den
ganzen Tag). Alle berichteten,
dass sie diese Schmerzen von
sonstigen „üblichen“
Kopfschmerzen unterscheiden
könnten. 11 gaben weiters
vorübergehende Beeinträchtigungen
der Sehschärfe an. 15 klagten
über Übelkeit und
Schwindelgefühl. Eine Person
hatte bereits zuvor unter Tinnitus
gelitten. Nach einem längeren
Gespräch über Mobiltelefon
seien jedoch eine Taubheit und
ein Schwindelgefühl aufgetreten
und hätten 5 Stunden angehalten.
3 Personen trugen das Telefon
am Gürtel. Einer beschrieb
nächtliche Schmerzen an
dieser Stelle und ein anderer
ein Kältegefühl an
der Hüfte. Beim dritten
imponierten die Beschwerden
wie Muskelschmerzen. 28 hatten
die Beschwerden bei Benutzung
eines GSM-Telefones, 10 mit
einem analogen. Von den ersteren
berichteten 13, dass sie zuvor
ein analoges Gerät problemlos
benutzt hatten. 22 meinten,
sie würden ihr Telefon
mehr als 5 mal am Tag benützen.
34 hatten ihr Telefonverhalten
auf Grund der Beschwerden verändert.
Neurologische Effekte
Neurologische Effekte von RF
Feldern sind auf verschiedenen
Ebenen an lebenden Organismen
untersucht worden. Auf molekularer
Ebene existieren Untersuchungen,
die bereits bei a-thermischen
Intensitäten Wirkungen
beschreiben und replizieren.
Darunter fallen Änderungen
des Kalziumhaushalts und der
Neurotransmitter-Sekretion.
Auf höheren Ebenen finden
sich unter anderem Befunde zur
Verhaltensmodifikation und zur
Beeinflussung des Schlafs.
Lai (1994a) erstellte eine
Literaturübersicht zu neurologischen
Effekten von RF Feldern auf
das ZNS. Sie bietet eine präzise
Übersicht, wie das Zentralnervensystem
(ZNS) normalerweise arbeiten
sollte und wie RF Felder die
Funktion des ZNS stören.
Das ZNS koordiniert und kontrolliert
die Reaktionen des Organismus
auf Umweltreize mittels autonomer
und willkürlicher Motorik
sowie auf neurohumoralem Wege.
Verhaltensänderungen könnten
zu den sensitivsten Effekten
von RF Feldern zählen.
Verschiebungen der Kalzium-Ionen
im Nervengewebe werden von RF
Feldern beeinflusst. Kalzium-Ionen
spielen in vielen Vorgängen
von der Freisetzung von Neurotransmittern
bis zur neuronalen Reizweiterleitung
eine Rolle. Änderungen
ihrer Funktion kann daher zu
relevanten Gesundheitsschäden
führen.
Psychoaktive Pharmaka
Die Wirkung der Psychopharmaka
beruht auf der physiologischen
Rolle der Neurotransmitter.
RF Felder beeinträchtigen
manche Funktionen der Neurotransmitter
und somit auch von Psychopharmaka.
Lai berichtet, dass RF Felder
bei 0,6 W/kg die Pentobarbital-induzierte
Narkose und Hypothermie bei
Ratten beeinflussen. Das Nervensystem
wird empfindlicher gegenüber
krampfauslösenden Stoffen
wie Pentylentetrazol. Die Empfindlichkeit
gegenüber Curare-artigen
Medikamenten, die zur Muskelrelaxation
bei chirurgischen Eingriffen
verwendet werden, wird hingegen
durch RF Felder gesenkt. Die
Wirkung von Anxiolytika wie
Valium und Librium wird durch
RF Felder potenziert. Lai (1992)
vermutete, dass endogene Opioide
durch schwache RF Felder aktiviert
werden. Dies könnte erklären,
dass Ratten unter RF-Bestrahlung
mehr Alkohol zu sich nahmen
und Morphin-abhängige Ratten
geringere Entzugssymptome zeigten.
Interaktionen zwischen RF Feldern
und Psychopharmaka können
selektiv unterbunden werden,
wenn man die Tiere zuvor mit
Opiat-Antagonisten behandelt
(Lai et al., 1986).
Serotonin
Es wird berichtet, dass die
Serotoninaktivität von
RF Feldern beeinflusst wird.
Medikamente, die die Serotoninspeicher
leeren (wie Fenfluramin) werden
in ihrer Wirkung durch RF Felder
verstärkt (Panksepp, 1973
in Lai, 1994). Lai (1984) berichtet,
dass Hyperthermie durch RF Felder
durch eine Vorbehandlung mit
Serotonin-Antagonisten geblockt
werden kann. Die Hyperthermie
dürfte daher auf einer
Aktivierung des serotoninergen
Systems durch RF Felder beruhen.
Medikamente, die die Serotonin-Ausschüttung
reduzieren, unterdrücken
die Aggressivität (Panksepp,
1973 in Lai, 1994). Serotonin
beeinflusst Schlaf, Lernprozesse,
Hormonregulation, autonome Steuerungen,
Stressreaktionen und die Motorik
(Lai et al., 1984). Ein Krankheitsbild
beim Menschen, genannt „Serotonin-Irritations-Syndrom“,
umfasst Angst, Kopfschmerz und
Migräne, Hautrötung
und Hyperperistaltik im Zuge
von hyperserotoninergen Zuständen.
Bis heute gibt es jedoch keine
weiteren Untersuchungen zur
Klärung der Zusammenhänge
von RF Feldern und Serotonin.
Augenschädigungen
Medikamente können auch
die Schadwirkung von RF Feldern
auf die Augen erhöhen.
Kues et al. (1992) berichteten,
daß Medikamente, die bei
Glaukomen indiziert sind, adverse
Effekte von RF Feldern auf die
Cornea steigern könnten.
Verhaltensänderungen
Seamans et al. (1999) berichteten,
dass medikamenteninduzierte
Hyperaktivität in Mäusen
der gepulsten Ultrabreitbandexposition
(UWB) entgegenwirke. Die Autoren
meinten, dass diese Effekte
möglicherweise mit einem
Anstieg der Stickstoffmonoxidproduktion
(NO) durch die Exposition, der
NOS induziert, in Zusammenhang
stehen. Die UWB-Impulse scheinen
eher auf die lokomotorische
Aktivität als auf die thermische
Nozizeption zu wirken.
Über RF Felder bedingte
Verhaltensänderungen wird
in vielen wissenschaftlichen
Studien berichtet (D'Andrea,
1999). Das Paradigma der Leistungsbeeinträchtigung,
das auf thermisch abgeleiteten
Grenzwerten von RF Feldern basiert,
berücksichtigt nicht die
Berichte über Effekte von
Mikrowellen auf kognitive Leistungen.
D'Andrea (1999) erörtert,
dass "Effekte auf kognitive
Leistungen sich wahrscheinlich
schon bei niedriger SAR zeigen
als benötigt werden, um
über die Thermoregulation
das Verhalten total zu stören."
Und weiters "die aktuelle
Literatur über Hitzestress
liefert weder Daten noch Modelle,
die Verhaltenseffekte bei niedriger
SAR voraussagen". Schließlich
bemerkt er, dass "die Ganzkörper-
und Teilkörperabsorption
von Mikrowellen (Hotspots) von
10 MHz bis 100 GHz eindeutig
belegt ist". Hotspots variieren
stark mit der Frequenz, Form
und Größe der Säugetiere
und deren Orientierung im Feld
(D'Andrea, 1999).
Die Leistungsfähigkeit
bei kognitiven Aufgaben kann
bereits bei Expositionen gestört
sein, die niedriger sind als
die, die zu Verhaltensänderungen
aufgrund der thermischen Effekte
führen. "Anders als
die Störung der Leistung
bei einfachen Aufgaben, könnte
eine Störung der kognitiven
Funktionen zu bedeutenden Beurteilungsfehlern
aufgrund einer geänderten
Wahrnehmung, Störung des
Gedächtnisses, der Aufmerksamkeit
und/oder Lernfähigkeit
führen. Dies resultiert
in einem geänderten, jedoch
nicht gänzlich gestörten
Verhalten." (D'Andrea,
1999).
Über neurologische Effekte
und Wirkungen auf das Verhalten
durch RF Strahlung auf Menschen
gibt es Hinweise aus den letzten
50 Jahren. In einer älteren
Übersichtsarbeit (Silverman
1973) werden Gesundheitseffekte,
die in Zusammenhang mit Mikrowellen
stehen, zusammengefasst. Sie
berichtet, dass "die wenigen
Experimente, die an Versuchspersonen
durchgeführt worden sind,
Hinweise auf mögliche Sensitivitätsveränderungen
von verschiedenen Sinnesorganen,
insbesondere Hör und Geruchssinn“,
geliefert hätten.
Es gab mehrere Fallberichte,
Gerüchte und Spekulationen
über die Bedeutung der
Strahlung im Mikrowellenbereich
bei einer Reihe von Störungen
des ZNS, wie z.B. eine kausale
Rolle bei ernsten neurotischen
Syndromen, Astrozytom oder auch
eine Schutzwirkung bei Multipler
Sklerose.
Hauptsächlich wurden Effekte
auf das Nervensystem und das
Verhalten aufgrund von Mikrowellen
in klinischen Arbeitsplatzstudien
an Gruppen gefunden, die unterschiedlichen
Intensitäten und Frequenzen,
aber generell langfristig, ausgesetzt
waren. Sie untersuchte nichtthermische
Effekte im Niedrigdosisbereich
bei langfristiger Exposition
an Geräten, die Mikrowellen
emittieren. In neun klinischen
Studien mit Arbeitern in der
ehemaligen CSSR, Polen, UdSSR
und den USA zeigten sich Effekte
auf das Nervensystem. Silverman
bemerkt, dass solche Studien
„in den USA nach 1950
praktisch aufhörten, während
bedeutende Untersuchungen in
der UdSSR und anderen osteuropäischen
Staaten fortgesetzt wurden.“
Raslear et al. (1993) berichteten
über die Beobachtung signifikanter
Effekte auf kognitive Funktionen,
insbesondere in Entscheidungsfindungsprozessen,
bei Ratten.
Lernfähigkeit und
Gedächtnis
Lai et al. (1994) fanden, dass
Ratten, die für 45 Min.
gegenüber 2450 MHz RF Strahlung
mit einer Ganzkörper SAR
von 0,6 W/kg exponiert waren,
ein Lerndefizit im Sternlabyrinth,
einem Testsystem zur Untersuchung
des (räumlichen) Kurzzeitgedächtnisses.
Bei der Suche nach Lern- und
Gedächtnisdefiziten fand
Lai, dass ein Medikament, welches
die cholinerge Aktivität
im Gehirn steigert, dieses mikrowelleninduzierte
Lerndefizit blockieren kann.
Es ist bekannt, dass cholinerge
Systeme des Gehirns beim räumlichen
Lernen und somit auch im Sternlabyrinth
involviert sind (Lai et al.
1994).
Kognitive Funktionen
Koivisto et al. (2000) berichteten,
dass Aufmerksamkeit und Reaktionszeit
durch die Exposition gegenüber
902 MHz Strahlung möglicherweise
beschleunigt werden können.
Die kognitive Funktion von 48
gesunden Versuchspersonen wurden
bei Mobilfunkfrequenzen getestet.
Die Resultate zeigten, dass
die Exposition die Reaktionszeit
bei einfachen Reaktions- und
Vigilanz-Aufgaben beschleunigte,
dass aber die Erkennungszeit
in arithmetischen Tests verzögert
war. Die Autoren meinten, dass
die Strahlung von Mobiltelefonen
einen fördernden Effekt
auf bestimmte Gehirnfunktionen,
v.a. bei Aufgaben, die Aufmerksamkeit
und Informationsverarbeitung
im Arbeitsgedächtnis erfordern,
ausüben könnte.
Krause (2000) berichtete, dass
die Strahlung von Mobiltelefonen
das Ruhe-EEG nicht veränderte,
aber die Reaktionszeit während
einer Gedächtnisaufgabe
signifikant beeinflusste. Eine
Exposition mit einer SAR im
Bereich von 0,3-0,44 W/kg (Mobilfunkfrequenzen)
resultierte in Änderungen
bei akustischen Gedächtnistests.
Preece (1999) berichtete, dass
RF Felder im Mobilfunkfrequenzbereich
die Reaktionszeit steigere aber
keine Effekte auf das Gedächtnis
zeige. Studenten wurden sowohl
gegenüber kontinuierlichen
Wellen als auch gepulsten Signalen
für eine halbe Stunde exponiert.
Danach wurden sie hinsichtlich
Reaktionszeit, und Präzision
bei Kognitionstests untersucht.
Je höher die Leistung des
Signals war, desto kürzer
war die Reaktionszeit. Dies
zeigte, dass Mobilfunksignale
biologisch nicht neutral sind,
sondern die Gehirnaktivität
beeinflussen können.
Schlaf
RF bedingte Schlafstörungen
wurden in mehreren Untersuchungen
beobachtet. Mann & Röschke
(1996) berichteten, dass RF
Felder (ähnlich dem Mobilfunkbereich)
den REM Schlaf reduzierten und
das EEG Signal während
des REM Schlafes veränderten.
Der REM Schlaf ist für
die Informationsverarbeitung
im Gehirn essentiell, besonders
für die Lern- und Gedächtnisfunktion.
Es wird angenommen, dass der
REM Schlaf für die Verarbeitung
neuer Eindrücke und Information
(Tagesrest) sowie für deren
Verbindung mit älterer
Erfahrungen notwendig ist.
Borbely et al. (1999) berichteten,
dass Schlafmuster und Schlaf
EEG unter Exposition gegenüber
900 MHz verändert wurden.
Die alternierende Abfolge von
15-Min. on/off-Intervallen der
RF Exposition reduzierte die
Anzahl von Aufwachphasen. Das
Maximum des EEG Leistungsspektrums
fand sich im 10-11 Hz und 13,6-14
Hz Band während der Einschlafphase.
Die Resultate zeigten, dass
RF Felder des Mobilfunks den
Schlaf fördern und das
Schlaf EEG verändern.
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Biologische Effekte und gesundheitliche
Auswirkungen
bei Expositionen im Niedrigdosisbereich
gegenüber
radiofrequenten Wellen und Mikrowellen