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  News-Achiv

     
News - Leben Mobilfunkgegner gefährlich?

Aktuelles aus Deutschland (Saarland)

Mit freundlichen Grüßen übersandt v.
Volker Hartenstein

Sehr verehrter Herr Ministerpräsident,
sehr geehrte Herren Minister,
sehr geehrte Damen und Herren Abgeordente der im Landtag des Saarlandes
vertretenen Parteien!

Daß zu den Hunderten von Anschlägen auf Einrichtungen der Mobilfunkindustrie (gemäß Aussage von Grasberger/Kotteder: Mobilfunk...) inzwischen offenbar auch 16 im Grenzbereich von Saarland und Rheinland-Pfalz hinzugekommen sind, bedauere ich im Namen unseres Bürgerbündnisses. Daß die Kripo Kaiserslautern in diesem Zusammenhang auch auf mich als einen der Sprecher des Bündnisses Saarländischer Bürgerinitiativen aufmerksam (gemacht?) wurde, mag nahegelegen haben. Es hat mir zwei Tage vor meinem Siebzigsten immerhin die Begegnung mit Kripobeamten beschert, deren vorbildliches Verhalten Bürgern eher Hoffnung machen konnte.

Die Vorgänge haben etwas von einer Groteske, bei der einem das Lachen im Halse stecken bleibt. In diesem Sinne wurde mein inzwischen achter Bürgerbericht geschrieben, zunächst eher Freunden und Bekannten zugedacht. Doch im Hinblick auf die delikaten Hintergründe darf ich ihn im Sinne einer Standortbestimmung unseres Bündnisses saarländischer Bürgerinitiativen Mobilfunk nun auch weitergeben. Vorweg fasse ich unsere Position in wenigen Punkten wie folgt zusammen (Über unsere Arbeit informiert demnächst wieder unsere neueröffnete Homepage www.buerger-machen-mobil.de ):

1. Wir haben uns schon im Zusammenhang der Gründung unseres Bündnisses vor rund zweieinhalb Jahren mit unserer Charta kritischer Bürger auf demokratischen, d. h. gewaltfreien Widerstand verpflichtet (vgl. Anhang). Wir sind überzeugt, daß es ungezählten Menschen im Land besser ginge, wenn sich die Mobilfunkverantwortlichen unsere Vorstellung von (politischer) Kultur zu eigen machten.

2. Wer ein 'Musterland des Mobilfunks' und ein 'Saarland unwired'
realisieren will und Hunderte neuer UMTS-Antennen auf 10m-Abstände auch an Kinderzimmer heranrückt, sollte zur Kenntnis nehmen, daß eines der europaweit wichtigsten und seriösesten internationalen Forschungsprojekte in seiner jüngsten Phase zu dem Ergebnis gelangt ist, "dass die bei GSM beobachtete gentoxische Wirkung durch UMTS bei weitem übertroffen wird" (so der Koordinator des Projekts, Prof. Dr. Franz Adlkofer; Projektbericht und diese zusammenfassende Charakteristik liegen dem Bundesumweltminister bereits vor). Jedenfalls macht der Stand unabhängiger Erkenntnis die Bürgern aufgezwungenen Antennennähen zu einem einzigartigen Skandal des demokratischen Rechtsstaats.

3. Wer eine Biosphäre unterhält, sollte nach der bayerischen Rinderstudie auch neue Erkenntnisse der Universität Zürich über die Schädigungen von Rindern im Umfeld von Sendeantennen nicht ignorieren.

4. Und wer sich mit dem Waldzustandsbericht 2006 (vgl. auch Saarbrücker Zeitung vom 25.7.07) sagen lassen muß, daß in keinem Bundesland die Waldschäden so stark zugenommen haben wie im Saarland und daß jeder zweite saarländische Baum krank ist, sollte nicht ganz außer Acht lassen, was deutsche Wissenschaftler - sogar mit einem von Nordrhein-Westfalen staatlich finanzierten Forschungsprojekt -, aber auch Schweizer und niederländische Forscher über die Schädigung der Bäume durch Hochfrequenz wissen. (Als Anschauungsbeispiel meiner nächsten Nähe: Von einem naturgeschützten Buchenwald zwischen unserem Haus und einem Mast mit ca. 20 Sendeantennen ist der überwiegenden Teil der Bäume innerhalb weniger Jahre eingegangen. Die Schäden wurden vom Fernsehen bereits vor zwei Jahren dokumentiert).

5. Wer sich auf der Grundlage dreijähriger Beobachtung und oft genug unter manipulativen Schönungen der Ergebnisse in den üblichen Entwarnungen ergeht, sollte die Studien von Prof. Karl Hecht befragen, was nach zwei Jahrzehnten herauskommt. Auch im Saarland werden chronische Erkrankungen sonst überwiegend wohl kaum als Ergebnis zwei- oder dreijähriger Belastungen betrachtet.

6. Wir halten zumal die UMTS-Technik, die besonders geringe Antennenabstände fordert und unseren Wohngebieten Hunderte neuer Antennen beschert hat, angesichts der geschilderten Sachverhalte für antiquiert; die Formen ihrer gegenwärtigen Umsetzung nicht für eine vertretbare Innovation, sondern für
ein gesundheitliches und soziales Verbrechen an der Bevölkerung, einen Ausverkauf saarländischer Umwelt und eine Verhöhnung der Vorsorgepflicht nach Artikel 2,2 GG. Wer der Region eine hundertjährige Eigenständigkeit sichern will, wovon kürzlich zu lesen war, sollte sie nicht für immer mehr Bürger innerhalb weniger Jahre zu einem gefährlichen und unattraktiven
Auswanderungsland machen.

Wir bitten um Verständnis, daß wir nach drei Jahren des Ignorierens oder der Zurückweisung jeglicher Kritik sowie vollständiger Reduktion des Verbraucherschutzes auf industriefreundliche Grenzwertpflege, die Bürger
schutzlos macht, kein Blatt mehr vor den Mund nehmen. Aber wir bieten uns gern dem Gespräch an, wo immer ein Korrektiv zu einseitiger Positionierung und Beratung ernstlich gesucht wird und Bürgernähe nicht zu einer Vokabel politischer Rhetorik, erwünschter Duckmäuserei oder zur Floskel vom
'Ernstnehmen bürgerlicher Sorgen und Ängste' verkommt.

Da wir nur über eine begrenzte Zahl von E-Mail-Adressen verfügen, bitten wir um Weitergabe der Informationen. Damit Sie sehen können, wer erreicht wurde, erfolgt die Übermittlung mit offenem Verteiler.

Mit freundlichen Grüßen
i. A. Karl Richter
Preußenstr. 11
66386 St. Ingbert
Tel. 06894/87469, Fax 06894/889946
http://www.uni-saarland.de/fak4/fr41/richter
Quelle: Volker Hartenstein,
Roßhirtstr. 11, 97199 Ochsenfurt
Tel.: (09331) 2825, Web-Fax: 01212 5 013 27 769
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