Im Jahre
2003 hat in den Niederlanden eine
Forschergruppe der TNO gesundheitliche
Effekte bei kurzzeitiger Exposition
in schwacher UMTS-Strahlung gefunden.
Das gefiel weder den Niederländischen
noch den Schweizerischen Behörden
und den Mobilfunkbetreibern schon
gar nicht.
Es wurde lautstark nach einer
Replikation (Wiederholung) der
TNO-Studie gerufen. Diese wurde
in erstaunlich kurzer Zeit der
UNI Zürich (Prof Achermann)
übertragen. Leitung und Finanzierung
blieben jedoch bei der den Schweizer
Mobilfunkbetreibern gehörenden
Forschungsstiftung Mobilkommunikation
der ETH Zürich (Dr. Dürrenberger)
2004 und 2005 weigerten sich
viele Schweizer Gemeinden weiterhin
UMTS-Antennenbaugesuche zu behandeln
bis die Ergebnisse dieser sogenannten
Replikation vorliegen würden.
Am 6.6.2006 wurden in Zürich
die Resultate der angeblichen
Replikation der TNO-Studie der
Presse vorgestellt. Zugelassen
waren lediglich 50 handverlesene
Journalisten, von denen man
annehmen durfte, dass diese
Informationen schon in die richtigen
Kanäle geschleust würden.
Die Tagespresse übernahm
in der Folge mit grossen Schlagzeilen
ungeprüft und unkritisch
die völlig verharmlosenden
Resultate.
Kritische Betrachtungen fanden
sich lediglich auf den Internetseiten
von Gigaherz.ch, der Bürgerwelle
Schweiz, der Diagnose Funk und
den Aerztinnen und Aerzten für
Umweltschutz. (Alle Links am
Schluss)
Finanziert wurde die 760'000
Franken teure angebliche Replikation
zu 40% von den Mobilfunkberteibern,
zu 30% von Schweizer Bundesämtern
und zu 30% vom Niederländischen
Staat.
Kein Wunder, dass jetzt kritische
Holländer nach dem Verbleib
der exakten Daten aus der von
ihren Steuergeldern teilfinanzierten
Studie verlangten.
Sie erlebten allesamt eine
böse Ueberraschung:
Ein Artikel in niederländischen
Zeitungen vom 29.12.06
von Richard van der Graaf, übersetzt
von Marjan S.
DEN HAAG / HAAKSBERGEN - Die
Schweizer Forschungsstiftung
Mobilkommunikation der ETH Zürich
weigert sich, die exakten Daten
der Studie über die Untersuchung
der Folgen von UMTS-Strahlung
für die Gesundheit zu veröffentlichen.
Das hat der Chef des Instituts,
Gregor Dürrenberger, dem
niederländischen Staatssekretär
Pieter van Geel mitgeteilt.
Dürrenberger liess auch
wissen, dass ein Antrag um das
Einsehen in die Untersuchungsrapporte,
hervorgehend aus den wissenschaftlichen
Daten, nur an Wissenschaftler
oder wissenschaftlich Ausführende
weitergegeben werden könne.
Der CDA-Staatssekretär
erklärte vor einiger Zeit,
basierend auf den Untersuchungen
der Schweizer, dass die elektromagnetische
Strahlung von UMTS für
das Telefonieren mit Handys
nicht schädlich sei für
die Gesundheit und dass Gemeinden
wie Haaksbergen den Bau dieser
"Strahlungspfeiler"
(Sendemaste) nicht länger
verhindern dürfe.
Für Rechtsanwalt Paul
Baakman aus Haaksbergen steht
nun fest, dass "die Studie
gar nicht besteht".
Es wurden gar keine exakten
Daten zur Studie veröffentlicht,
sagt der juristische Berater,
welcher Hunderten von Holländern
im Streit gegen UMTS beisteht.
Der Standpunkt von Staatssekretär
Van Geel, basierend auf dem
Pressenachricht der Schweizer
Forschungsstiftung Mobilkommunikation,
könne also nicht ernst
genommen werden. Wissenschaftlich
gesehen bestehe nämlich
gar keine Studie. Der Staatssekretär
des Ministeriums sei nicht im
Besitz dieser Studie und er
werde sie auch nicht bekommen,
das habe er versichert. Sie
seien ja nur die Auftraggeber
für diese Studie.
Auf Grund dieser Haltung der
Schweizer ist Baakman nun der
Meinung, dass die Studie geheimgehalten
werden soll, weil die Information
nicht dem entspreche, was die
Niederländische Regierung,
wie die Schweizer Regierung
wollen, nämlich: "dass
UMTS-Strahlung nicht schädlich
sei. - Es sei wie eine 'Luftblase'."
Die Zeitschrift "Haaksberger"
ermuntert denn auch all ihre
Leser , die verschiedenen Gemeinderäte
im Land aufzuklären, d.h.
sie über diese Heimlichtuerei
der Schweizer Behörden
zu informieren. Damit soll erreicht
werden, dass sofort ein Baustop
neuer UMTS-Antennen verfügt
wird.
Anmerkung von Gigaherz:
Mit Brief vom 28.Dezember 06
hat Rechtsanwalt Paul Baakmann
aus den Niederlanden ultimativ
die Herausgabe der exakten Studiendaten
aus der angeblichen TNO-Replikation
bis zum 31. Januar verlangt.
Mit völliger Transparenz,
so wie das vorgängig auch
das niederländische TNO-Institut
gemacht hatte.
Charles Classens, unser Korrespondent
in den Niederlanden, wird uns
auf dem Laufenden halten.
Quelle: (Gigaherz)
Schlagzeilen in der niederländischen
Tagespresse vom 29. Dez. 06