Haben die beiden Redakteure
ungenau recherchiert oder sind
sie nur der Mobilfunklobby auf
den Leim gegangen?
Zu ihrem Zeitungsartikel:
1) Ein Handy im Stand-By-betrieb
strahlt nicht. (angebl. Zitat
v. Univ.Prof.i.R. Dr. Bonek)
Die Aussage ist falsch. Befindet
sich der Benützer statisch
in einer Funkzelle, dann sendet
(strahlt) das Handy in regelmäßigen
Intervallen, um sich beim optimalsten
Sender zu melden. Die Sende(Strahlungs)häufigkeit
richtet sich dabei je nach Betreiber/Provider
und technischer Unterstützung
.
Bewegt sich hingegen der Benützer
mit dem Handy etwa auf einer
Autobahn dann sendet(strahlt)
es jedes Mal bei der Ortung
eines als sendeoptimal festgestellten
Mobilfunksenders, also besonders
häufig. Diese Strahlung
wird obendrein im Auto, soferne
keine Außenantenne für
das Handy vorhanden ist, wegen
des Faradaykäfigeffektes
des Autos besonders stark, weil
eine Metallkarosserie gegen
äußere elektrische
Felder abschirmt und dieses
Hindernis überwunden werden
muß.
Man kann die jeweilige Strahlungshäufigkeit
ganz einfach selbst messen,
wenn sich das Handy neben einem
eingeschalteten Radio befindet,
weil dann jeweils der Empfang
je nach Sendehäufigkeit
beeinträchtigt wird. (Einschlägige
Fachinformation eines Assistenten
/Name bekannt/ an der TU Wien
v. 6. 2. 2007;).
2) Mobilfunkstrahlung löse
keine Krebsgefahr aus. (angebl.
Aussagen von Univ. Prof. Dr.
Ludwig und Univ. Prof. Dr. Grisold).
Diese Beschwichtigungsaussagen
sind schlicht unverantwortlich.
2004 hat Prof. Dr. Ludwig jedenfalls
noch in einem vom sogen. Wissenschaftlichen
Beirat Funk geschalteten PR-Artikel
ausgeführt, daß aufgrund
der bis 1995 durchgeführten
Studien (wie aktuell!) ein möglicher
Zusammenhang erhöhter Tumor(Krebs)inzidenz
nicht auszuschließen ist
(„Die Presse“ v.
6.11.2004).
Die einschlägigen Warnungen
der Österr. Ärztekammer
, deren Protest gegen die einseitige
Verabschiedung der Önorm
betr. zulässige Strahlungsbelastung
durch das Normeninstitut, die
Warnung des Gesundheitsministeriums
sowie die einschlägigen
fachkompetenten Aussagen des
Umweltarztes und Spezialisten
der Österr. Ärztekammer,
Dr. Gerd Oberfeld, bleiben daher
konsequent unerwähnt und/oder
sind den Redakteuren nicht bekannt.
Allen der immer zahlreicher
werdenden Studien, die nicht
von der Mobilfunklobby beauftragt
wurden, oder die zu für
sie unerwünschten Ergebnissen
führen, wird regelmäßig
die wissenschaftlich abgesprochen.
3) Ein kurzer Blick auf die
erwähnten Persönlichkeiten:
3.1. Univ. Prof. Dr. Ludwig´s
zitierter angeblichen Aussage
wurde bereits oben seine szt.
Warnaussage gegenübergestellt.
3.2. Univ. Prof. i.R. Dr. Bonek
arbeitet beim
"Forschungszentrum Telekommunikation
Wien" (FTW). Hier haben
sich drei Institute der TU Wien
und insgesamt 15 österreichische
Unternehmen zu einer gemeinsamen
Initiative zusammengefunden.
und wollen vorhandene Kompetenzen
in der Schlüsseltechnologie
Telekommunikation bündeln
und weiter ausbauen (s. die
einschl. Website).
Es darf geraten werden, ob darunter
auch Mobilfunkfirmen aufscheinen.
Könnte man also insgesamt
davon ausgehen, daß Prof.
i. R. Dr. Bonek gegenüber
der Mobilfunklobby eher freundlich
eingestellt ist?
3.2. Univ. Prof. Dr. Grisold
argumentiert nahezu wortgleich
wie die „Experten „
des Forums Mobilkommunikation,
der Interessengemeinschaft der
Mobilfunkbetreiber, wonach alle
dieser Lobby nicht genehmen
Studien ganz einfach als nicht
wissenschaftlich abgetan werden
und obendrein schon gar kein
erhöhtes Tumorrisiko bestehe.
Freilich setzt er sich dabei
nicht nur in Widerspruch zu
seinem ersterwähnten Kollegen
und kennt offensichtlich nicht
die zahlreichen epidemiologischen
Studien, die ein Gesundheitsgefährdungspotential
nachweisen, von den diversen
Warnungen, wie oben erwähnt,
ganz zu schweigen.
Auf eigene einschlägige
Forschungsarbeiten zur nichtionisierenden
Strahlung kann dieser Nervenarzt
offenbar nicht verweisen.
Für die Redakteure wäre
es auch ganz interessant gewesen,
über den Tellerrand Österreichs
hinauszuschauen , wie etwa andere
Länder, zB. Israel, Spanien
etc. mit diesem Gefahrenpotential
umgehen.