Mobilfunk:
Die Strahlung soll erforscht werden
Kritische Organisationen schlagen
Alarm: Das Schweizer Forschungsprogramm
zur Handystrahlung sei von industriefreundlichen
Forschern durchsetzt.
Handy, Funktelefone, drahtloses
Internet: Heute kann man der Mobilfunk-Strahlung
kaum mehr entrinnen. Der Schweizerische
Nationalfonds, eine öffentliche
Stiftung, will herausfinden, ob
diese Strahlen der Gesundheit
schaden. Fünf Millionen Franken
sollen in den nächsten Jahren
in die Forschung fliessen.
Doch jetzt melden sich Kritiker
zu Wort. Die Leitungsgruppe, die
über die Vergabe der Gelder
entscheidet, sei alles andere
als unabhängig, sagt etwa
Lothar Geppert von der Umweltorganisation
Diagnose-Funk: «Sie ist
von industriefreundlichen Forschern
durchsetzt.»
In der Kritik sind:
• Jørgen Bach Andersen.
Er arbeitete jahrelang für
Siemens und andere Telekommunkationsfirmen.
• Andres Ahlbom, Mitglied
der «ICNIRP». Laut
Geppert ein «industrienaher
Verein, der unverhältnismässige
Grenzwerte empfiehlt».
• Elisabeth Cardis, Koordinatorin
der von EU und Handyherstellern
finanzierten «Interphone»-Studie.
Auch Hans-Ulrich Jakob von
der Interessengemeinschaft Elektrosmog-Betroffener
sagt, er sei entsetzt, wer alles
in der Leitungsgruppe sitze:
«Fünf der acht Mitglieder
stehen der Industrie nahe.»
Alexander Borbély, Präsident
der Leitungsgruppe, sieht darin
kein Problem: Die Mitglieder
seien «international angesehene,
unabhängige» Wissenschaftler,
schreibt er dem Gesundheitstipp.
«Für Experten in
diesem Fachbereich sind Kontakte
zur Industrie erforderlich,
da von ihr neue Entwicklungen
ausgehen.» Auch mit der
ICNIRP hat Borbély kein
Problem: «Die Organisation
nimmt keine Mitglieder auf,
die von der Industrie bezahlt
werden.»
Doch wer das Geld vergibt, hat
einen grossen Einfluss auf das
Resultat einer Studie. Dies
belegte eine Untersuchung der
Universität Bern. Sie kam
zum Schluss, dass Studien, die
ausschliesslich von der Industrie
finanziert sind, viel seltener
über negative gesundheitliche
Auswirkungen berichten.
(che)
Quelle:
http://www.diagnose-funk.ch/
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