Florian
Rötzer 30.04.2007
In Großbritannien hat nach
der Kampagne eines Lehrerverbands
eine Diskussion über die
mögliche Gefährdungen
von Funknetzwerken begonnen, die
sich rasant überall ausbreiten
Die britischen Lehrer sind beunruhigt,
nachdem die Schulen mehr und mehr
mit W-LANs für die Computer
ausgestattet werden. Der Lehrerverband
Professional Association of Teachers
(PAT) hat eine Aktion gestartet
und fordert vom Bildungsministerium
eine wissenschaftliche Untersuchung
über mögliche Langzeitwirkungen.
Da bislang kaum Erkenntnisse vorliegen,
sorge man sich um gesundheitliche
Folgen von Schülern und Lehrern.
Funknetzwerke könnten zum
"Asbest des 21. Jahrhunderts"
werden.
In dem Brief heißt es,
dass möglicherweise 5-10
Prozent der Menschen, die der
von Funknetzwerken ausgesetzten
Strahlung ausgesetzt sind, ernsthafte
Probleme bekommen könnten.
80 Prozent der weiterführenden
Schulen und die Hälfte
der Grundschulen seien bereits
mit W-LAN ausgestattet. Es gebe
35.000 Hotspots im ganzen Land
und manche Städte wie Norwich
hätten bereits die ganze
Fläche mit einem Funknetzwerk
ausgestattet. Da man die langfristigen
Folgen nicht kenne, bei Untersuchungen
über die von Handys und
Mobilfunknetzen ausgehende Strahlung
aber Gefährdungen nicht
ausgeschlossen werden könnten,
werde im Augenblick mit den
Menschen ein Großversuch
ausgeführt. Daher wird
eine gründliche wissenschaftliche
Untersuchung gefordert und das
Ministerium aufgefordert, Schulen
abzuraten, W-LANs zu installieren,
bis die Ergebnisse bekannt sind.
Die britische Health Protection
Agency sagt bislang, es gebe
keine Hinweise auf eine gesundheitliche
Gefährdung. Es hieß,
dass sich Sir William Stewart,
der Leiter der Behörde,
für eine Untersuchung der
Langzeitwirkung auf Kinder ausgesprochen
haben soll. Die Behörde
teilte allerdings mit, dass
Stewart deswegen unter hohem
Druck von interessierten Parteien
stünde, aber noch keine
Position zu der Frage eingenommen
habe. Die Strahlung, die von
W-LANs ausgehe, sei sehr viel
geringer als die von Mobilfunknetzen.
Man sei allerdings immer dafür
gewesen, diese Fragen genauer
zu untersuchen. Die einzige
Warnung betreffe bislang die
Benutzung von Handys durch Kinder,
die von der Strahlung gefährdet
sein könnten und daher
nicht zu lange telefonieren
sollten.
Dafür hat sich Lawrie
Challis, der Leiter des von
der Regierung eingesetztes Ausschusses
für die Sicherheit des
Mobilfunks, in die Debatte eingeschaltet
und darauf hingewiesen, dass
man Kinder darauf aufmerksam
machen soll, ihre Notebooks
während der Benutzung von
W-LAN nicht auf den Schoss zu
nehmen, wenn man sie auch davor
warnt, Handys zu benutzen. Anzeige
Die Initiative Powerwatch hält
es für möglich, dass
die Wellen direkt das Gehirn
beeinflussen können. Die
Belastung durch die von W-LAN-Netzwerken
ausgehende Strahlung würde
zu chronischer Müdigkeit,
Konzentrationsproblemen und
anderen Verhaltensstörungen
führen, wie sie überall
in den Schulen beobachtet werden,
warnt man.
Quelle: Artikel-URL:
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/25/25177/1.html