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News - Erzbischof schirmt sich gegen Handy-Strahlung ab

 



Die Wohnräume von Erzbischof Alois Kothgasser sind gegen Mobilfunk-Strahlung abgeschirmt - weil in der Nähe ein Mobilfunkmast steht. Auf Kirchen dürfen in Zukunft keine Antennen mehr montiert werden.

STADT SALZBURG (SN). Die Wohnräume des Salzburger Erzbischofs Alois Kothgasser sind teilweise gegen Handystrahlung abgeschirmt. Vor allem im Bereich der Küche, des Esszimmers und im Wohnzimmerbereich ließ Kothgasser Schutzmaßnahmen treffen. An den Fenstern wurden spezielle Folien angebracht, die Wände wurden teilweise mit speziellen, strahlungshämmenden Farben gestrichen. Grund ist eine Handy-Antenne der Mobilkom, die nur wenige Meter von den Wohnräumen des Erzbischofs entfernt, am Dach des Postgebäudes in der Kapitelgasse montiert ist. Dass dort ein Mobilfunksender steht, wissen freilich nur Insider, denn die Antenne der Mobilkom ist perfekt getarnt – als Rauchfang, wie die Salzburger Nachrichten exklusiv in ihrer Mittwoch-Ausgabe berichten.

Strahlung liegt deutlich über dem Salzburger Vorsorgewert
Die Strahlung dieses versteckten Masten lässt sich freilich nicht verstecken: In den Wohnräumen des Erzbischofs maß Umweltmediziner Gerd Oberfeld Werte, die den Salzburger Vorsorgewert (1 Milliwatt) deutlich überschritten. Für den Erzbischof ist das Abschirmen eine Notmaßnahme. Ziel müsse sein, dass die Handymasten aus dem dicht besiedelten Wohngebiet verschwinden. „Mein Wunsch wäre, dass die Masten woanders hin verlegt wird – höher hinauf, sodass es eine gewisse Distanz gibt.“ Mit Technikfeindlichkeit habe das nichts zu tun, betont der Erzbischof. „Aber das Kriterium muss sein, dass es dem Menschen dient und nicht schadet. Handymasten in intensivem Wohnbereich sind fehl am Platz, weil wir die Auswirkungen nicht kennen. Wir müssen damit vorsichtig umgehen.“

Post: Handymasten sind wichtige Einnahmequelle
Die Post verteidigt das Aufstellen von Handy-Anlagen auch im Siedlungsgebiet. Das sei eine wichtige Einnahmenquelle, sagt Post-Sprecher Emil Burka. Es würden alle gesetzlichen und behördlichen Vorschriften eingehalten. Die gesetzlichen Grenzwerte liegen derzeit allerdings um ein Vielfaches über dem vom Land Salzburg empfohlenen „Salzburger Vorsorgewert“.
Warum der Erzbischof in Zukunft keine weiteren Mobilfunk-Antennen auf Kirchengebäuden mehr will und wie häufig er persönlich mit dem Handy telefoniert lesen Sie am Mittwoch im Lokalteil der Salzburger Nachrichten.

© SN/SW