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News - 380-KV-LEITUNG

 


Schäden durch elektromagnetische Felder?
"Krieg" der Gutachter
Sind elektromagnetischen Felder von Starkstromleitungen gesundheitsschädigend oder nicht - darüber streiten die Gutachter. Der Salzburger Landes-Umweltmediziner Gerd Oberfeld sagt ja, sämtliche Gutachter des Verbundes sagen nein.

Jetzt kommt eine neue, gewichtige Meinung ins Spiel und die warnt vor Gesundheitsgefahren durch Elektrosmog: Sie gehört Rainer Frentzel-Beyme, Universitätsprofessor in Bremen, Krebsforscher und Spezialist für das Zusammenspiel von Technik und Gesundheit.

Gutachten für Flachgauer Gemeinden
In seinem Gutachten für die Flachgauer Gemeinden Berndorf, Seeham, Obertrum und Seekirchen zerpflückt Frentzel-Beyme die Gutachten des Verbundes. Er nennt sie "mangelhaft, parteiisch und willkürlich". Mit dem Gutachten begründen die Gemeinden ihren Einspruch gegen die Genehmigung der 380-kV-Leitung bis Elixhausen.

Der deutsche Umweltmediziner zitiert in dem Gutachten neueste englische Forschungen, wonach Kinder, die bis zu 200 Meter neben Hochspannungsleitungen wohnen, vermehrt an Leukämie erkranken.


Protest in der Steiermark abgelehnt.
Bundesumweltsenat für Einspruch zuständig
Ob sich die Mitglieder des Bundesumweltsenates von dem deutschen Professor beeindrucken lassen, ist aber fraglich. Schon bei der Berufung gegen die 380 kV-Leitung in der Steiermark hat der Senat den Warnungen Frentzel-Beymes keinen Glauben geschenkt und die Berufung der steirischen Leitungsgegner abgewiesen.

Jetzt berät der Umweltsenat über die Salzburgleitung. Mit einer Entscheidung ist frühestens in einem halben Jahr zu rechnen, es könnte aber auch deutlich länger dauern. Bis zu einer Entscheidung darf der Verbund mit dem Bau der Salzburgleitung nicht beginnen.

22.000 Euro für Protest
Die Kosten für den Protest halten sich für die betroffenen Gemeinden übrigens in Grenzen. Für drei Gutachten und den Rechtsanwalt, der beim Umweltsenat gegen den Bescheid der Salzburgleitung Einspruch erhoben hat, sind zusammen 22.000 Euro angefallen.

Die Budgets der Gemeinden Berndorf, Seeham, Obertrum und Seekirchen werden jeweils mit rund 5.500 Euro belastet. Der günstige Preis wird dem Verhandlungsgeschick des Berndorfer Bürgermeisters Josef Guggenberger (ÖVP) zugeschrieben.


Der Streit um die 380-kV-Salzburgleitung beherrscht seit Wochen die Landespolitik: Während der Verbund eine Freileitung bauen will, fordern Anrainer ein Erdkabel. Die Landesregierung will zumindest teilweise ein solches Erdkabel durchsetzen.

Quelle: salzburg.ORF.at