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News - Mobilfunk: Besteht doch Gefahr für Gesundheit?

 

MATTERSBURG / Allgemeinmediziner Reinhold Jandrisovits plädiert dafür, die Leistungen der Anlagen zu reduzieren.


VON HELGA OSTERMAYER

„Strahlenbelastung durch Mobilfunk-Anlagen“ bleibt weiter ein Thema in der Bezirkshauptstadt. Vor einigen Wochen gab ein Gutachten, das sich nach der ÖNORM richtet, Entwarnung. Es besagt, dass die Strahlung, die von den aufgestellten Mobilfunk-Anlagen ausginge, unbedenklich wäre. Im Rahmen des „Ersten Grünen Tisches“ vertrat der Allgemeinmediziner und Strahlenexperte Doktor Reinhold Jandrisovits, die Meinung, dass die Strahlenbelastung in Mattersburg nach dem „Salzburger Vorsorgewert“ sehr wohl gesundheitsgefährdent sei. Aus diesem Grund luden die Grünen-Vertreter Mattersburg/Walbersdorf Kollegen aller Colleurs und die Mattersburger Ärzteschaft am vergangenen Mittwoch zu einem „Ersten Grünen Tisch“ in den Florianihof ein. Allgemeinmediziner Doktor Reinhold Jandrisovits referierte hier über die möglichen Gefahren, die von Mobilfunk-Stationen ausgehen können und wie man sich dagegen am wirkungsvollsten schützt.

Salzburger Vorsorgewert aussagekräftiger als ÖNORM
Der Allgemeinmediziner beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den gesundheitlichen Auswirkungen von Mobilfunk-Strahlen. Er betonte in seinem Vortrag, dass der sogenannte „Salzburger Vorsorgewert“, der auch derzeit vom steirischen Landtag eingefordert wird, für die Gesundheit wesentlich aussagekräftiger sei, als die derzeit österreichweit gültigen Messwerte der ÖNORM (siehe Kasten links). Rechnet man das Salzburger Modell auf die von der Stadtgemeinde Mattersburg veröffentlichten Messwerte um, so kommt man auf folgende Ergebnisse: 10.350 Milliwatt für den neuen Kindergarten in der Mühlgasse, 720 Milliwatt für den Innenbereich der Volksschule und 40 Milliwatt für den Innenraum des Kindergarten Hochstraße.

Liste der Erkrankungen reicht bis zu Karzinomen
„Die Symptome, die durch dauernde Einwirkung eines Mobilfunksenders entstehen, können von Schlaflosigkeit über Tinitus bis hin zur Karzinombildung reichen“, erklärt der Experte. Als Gegenmaßnahme plädiert Doktor Jandrisovits unter anderem dafür, die Leistungen der Mobilfunkanlagen auf ein Mindestmaß herabzusenken.

„Ich habe im Laufe der letzten Wochen und Monate erlebt, wie wenig die meisten Menschen über dieses Problem wissen“, meint die Grüne-Gemeinderätin Sonja Sieber. „Der Grüne Tisch war sicher ein wichtiger erster Schritt, um dieses Thema ins Bewusstsein der Menschen zu bringen“, so Sieber. „Im Zuge dieses Diskurses war ich schon sehr betroffen. Mir ist bewußt, dass ein Tun und ein Handeln angesagt ist. Das bestmögliche Ergebnis soll für uns alle erzielt werden“, sagt SPÖ-Umweltgemeinderätin Raffaela Strauß. Seitens der Stadtgemeinde will man nun versuchen, die Betreiber dazu zu bewegen, die Leistungen der Anlagen zu senken.
Quelle: Burgenländische Volkszeitung v. 23.4.2008