News
- Der Wissenschaftliche Beirat Funk (WBF) weiß,
was für unsere Kinder in Österreich
unschädlich ist - Die Ärztekammer sieht
das vollkommen anders
Im ORF 1 wurde am 23.4.08 berichtet,
daß der sogenannte Wissenschaftliche
Beirat Funk (WBF) den Empfehlungen
der Wiener Ärztekammer, insbesonders
was den gesundheitsvorsorglichen
Handygebrauch unserer Kinder angeht,
nicht folgen will.
Der Vorsitzende dieses Gremiums,
Herr Prof. DI. Dr. Vana, ein Atomtechniker,
leider kein Humanmediziner, gibt
als Sprecher offensichtlich dennoch
die medizinische Verharmlosungslinie
vor.
Merkwürdig? Ja!
Die Ärztekammer hat daher
die 10 medizinischen
Handy-Regeln neu aufgelegt
und den aktuellen wissenschaftlichen
Erkenntnissen angepasst. An
ihrer Sorge hinsichtlich möglicher
Langzeitschäden hat sich
nichts geändert. Wieso
dieser wissenschaftliche Beirat
dem Gesundheitsvorsorgegedanken
gewissenhafter Ärzte entgegen
wirkt, ist, gelinde ausgedrückt,
unverständlich und nicht
nachvollziehbar.
Dieser Beirat
fällt dem kritischen Beobachter
in der Öffentlichkeit regelmäßig
dadurch auf, daß er, was
die verharmlosenden Aussagen
bezüglich Mobilfunk betrifft,
vollkommen inhaltsgleich
mit den Aussagen der Mobilfunklobby,
vertreten durch das Forum Mobilfunk
(FMK), übereinstimmt. Das
zuständige Infrastrukturministerium
bzw. die diesem nachgeordneten
Dienststellen, stimmen
im Gleichklang ein.
Das EU-Vorsorgeprinzip
hingegen ist in seinem Anwendungsgebiet
so weit, daß, falls aufgrund
wissenschaftlicher Bewertung
Besorgnis aufkommt, mögliche
Gefahren für die Gesundheit
nicht hinnehmbar und mit dem
hohen Schutzniveau der Gemeinschaft
unvereinbar sind.
Obwohl bei BSE (Rinderwahn)
die Übertragbarkeit der
Krankheit auf den Menschen Wissenschaftlich
nicht geklärt war, setzte
man daher vorsorglich Schritte,
um eine solches Risiko zu minimieren.
Sind diesem sogenannten Expertenbeirat
die Fakten um die Schädlichkeit
des Rauchens, den Missbrauch
mit Contergan, Dioxin, Feinstaub,
Asbest, etc. verborgen geblieben,
wo erst Jahre zu spät zum
Nachteil der Gesundheit der
Menschen reagiert wurde?
Ist es daher verwunderlich,
daß sich unter diesem
Gesichtpunkt die Frage erhebt,
wie unabhängig dieser Beirat
wirklich agiert?
Versuchen
wir, uns ein Bild über
diese Unabhängigkeit des
WBF zu machen:
Die Republik Österreich
ist zu 27,4 % an einem Mobilfunkbetreiber
über die ÖIAG beteiligt.
(Wird daher Interesse daran
bestehen, daß dabei eher
gut als schlecht verdient wird?)
Die Mobilfunkbetreiber haben
sich zunehmend mit Mobilfunkgegnern
herumzuschlagen, die gesundheitsgefährdende
Bedenken gegen den Mobilfunk
hegen
Zahlreiche internationale
Studien belegen inzwischen daß
dieses Gesundheitsrisiko tatsächlich
vorhanden ist
Die Mobilfunklobby behauptet
dagegen gebetsmühlenartig,
daß der Mobilfunk keinerlei
Gesundheitsrisken in sich birgt
und beruft sich auf verbindlich
nicht existierende Grenzwerte.
Bereits im Jahre 2001 versuchten
Mobilfunkbetreiber in Österreich
Hinweise eines profunden Wissenschafters
auf mögliche Gesundheitsgefahren
zu verbieten. Sie sind jedoch
beim Obersten Gerichtshof rechtskräftig
abgeblitzt.
Nun wurde gegen Ende 2004
der WBF eingerichtet.
Die von der Lobby, aber auch
vom WBF als seriöse Begründung
für die Harmlosigkeit des
Mobilfunks angeführte Ö-Norm
ist einerseits unverbindlich
und andererseits derart hoch
angesetzt, daß diese virtuellen
Werte praktisch niemals überschritten
werden können.
Die Österr Ärztekammer
begründet zusammenfassend
ihren Einspruch dagegen: Das Dokument orientiert
sich an den Vorschlägen
der ICNIRP aus 1998 und entspricht
daher nicht dem Stand der medizinischen
Wissenschaften und Erfahrungen.
Die Referenzwerte des Dokumentes
sind in keiner Weise geeignet,
den erforderlichen
Schutz der individuellen und
öffentlichen Gesundheit
zu garantieren. Vielmehr
besteht Grund zur Annahme, dass
Öffentlichkeit und Politik
auf ein fachlich unzureichendes
Dokument vertrauen und damit
erforderliche Maßnahmen
zur Expositionsvermeidung und
Reduktion unterbleiben.
Könnte
also diese Befürchtung
der Schaffung anscheinend vertrauenswürdiger
Dokumentation durch die Mobilfunklobby
zutreffen?
Warum richtet in einer so sensiblen
Frage der Gesundheitsvorsorge
jenes Ministerium, das für
dieses Fachthema sachzuständig
ist, einen solchen Beirat ein? Wo
bleiben Verantwortung und Kompetenz
eines Gesundheits- Infrastruktur-
Umwelt- und Wissenschaftsministeriums
in einem solch komplexen Problembereich?
Soll hier Verantwortung an einen
Beirat abgeschoben werden.
Welche einschlägigen wissenschaftlichen
Studien zu den gesundheitlichen
Auswirkungen des Mobilfunks
können diese Beiratsmitglieder
vorlegen? Sieht man sich die
Profile dieser Beiratsmitglieder
im Internet an, finden sich
zwar Hinweise auf zahlreiche
internationale Mitgliedschaften
dieser ehrenwerten Persönlichkeiten,
jedoch keine Hinweise auf konkrete
wissenschaftliche Studien dieser
Experten in Bezug auf E-Smog.
Eigenartig daher, daß
das einzige Mitglied dieses
WBF, Univ. Prof. Dr. Heinz Ludwig,
1. Med. Abt. mit Onkologie (Krebs),
Wilhelminenspital, der es wagte,
die Auswirkungen des Mobilfunks
gesundheitlich in Frage zu stellen,
nicht mehr in diesem unabhängigen
Beirat aufscheint ?
Die Wiener Ärztekammer
weist entgegen den Verharmlosungsaussagen
des WBF neuerdings auf die aktuelle
Datenlage hin, "die die
schon vor zwei Jahren von uns
befürchtete mögliche
Langzeitwirkung durch Mobilfunkstrahlen
bestätigt". So hätte
erst kürzlich eine Metaanalyse
der Langzeitdaten epidemiologischer
Studien bei Personen, die bereits
mehr als zehn Jahre ein Mobiltelefon
benutzen, ein um bis zu 200
Prozent erhöhtes Risiko
für die Erkrankung an einem
Hirntumor ergeben. Sie betont,
dass sogar die Mitglieder vom
Wissenschaftlichen Beirat Funk
(WBF) in einem erst kürzlich
publizierten Artikel erstmals
Auswirkungen von Mobiltelefonie
auf den menschlichen Organismus
eingestanden haben. In einer
Analyse verschiedener Studien
wurde festgestellt, dass GSM-Telefonie
die intellektuellen Fähigkeiten
von Menschen beeinflussen kann.
Das sei insofern interessant,
als der WBF Hinweise auf mögliche
gesundheitliche Gefährdungen
bislang meist als "Panikmache"
abgetan habe.
Der Telekomvorstand DI Nemsic
hat öffentlich erklärt,
daß die Kinder und Jugendlichen
die wirkliche Zielgruppe der
Mobilfunkbetreiber seien.
Der WBF erklärt nunmehr,
entgegen der Ärztewarnungen,
daß der Mobilfunk für
Kinder unschädlich sei.
Könnte es sein, daß
ein solcher Beirat im Verbund
mit dem FMK und dem Infrastrukturministerium
nur deshalb gegen die Österreichische
Ärzteschaft und die zahlreichen
mobilfunkkritischen wissenschaftlichen
Studien anläuft, weil die
Interessenlage der Rep. Österreich
als Beteiligte an einer Mobilfunkfirma
mit jener der Mobilfunklobby
deckungsgleich ist und obendrein
ein von der Rep. Österreich
installierter Beirat nicht gegen
den Beiratserrichter argumentieren
darf?
Verwunderlich, daß
die Versicherungswirtschaft
das Gesundheitsrisiko aus dem
Mobilfunkbetrieb nicht versichert,
weil sie bis zum Zusammenbruch
der gesamten Branche fürchtet,
wenn diese Gesundheitsbombe,
ähnlich der Erkenntnis
zur Asbestgefahr u.ä.,
platzt?
Das Schweizer
Bundesamt für Umwelt,
Wald und Landschaft hat jedenfalls
schon Ende 1999 darauf hingewiesen,
daß begründete Hinweise
vorliegen, wonach die Mobilfunkstrahlung
auch bei niedriger Intensität
schädlich wirkt. Deshalb
seien solche Auswirkungen in
die vorsorglichen Schutzüberlegungen
einzubeziehen.
Auch wenn neben Vorarlberg die
Schweiz für den damals
verantwortlichen Minister Gorbach
vielleicht too small war, liegt
sie nicht doch ziemlich nahe
an Vorarlberg, um leicht über
den Tellerrand hinaus blicken
zu können?