Die meisten
Handy-Telefonate werden innerhalb
von Gebäuden geführt.
Doch sobald ein Handy-Signal eine
Wand durchdringen muss, wird es
schwächer: Gespräche
"knacken" und Datenströme
bewegen sich nur noch im Schleichtempo.
Abhilfe sollen daher "Femto
Zellen" bringen - quasi Funkmasten
im Format eines Wlan-Routers.
Ein Küche im englischen Swindon,
eine Stunde von London entfernt.
Familienvater Keith Day macht
gerade einen Tee und sucht auf
seinem Handy nach einem Kurzfilm
der BBC. Der Klang, der aus dem
Mobiltelefon kommt ist ungewöhnlich
klar, keine Spur vom handy-typischen
Rauschen. Noch ungewöhnlicher
ist, wie schnell das Handy die
Ein-Megabyte-Datei aus dem Internet
herunter lädt.
Ich wähle hier auf dem
Display als Option downloading
... und da ist die Datei schon.
Das war jetzt weniger als eine
Sekunde.
Keith Day testet mit seinem
Handy zurzeit ein Gerät,
das alle großen europäischen
Provider in den nächsten
zwölf Monaten auf den Markt
bringen möchten. Es handelt
sich dabei um so genannte Femto-Zellen.
Diese handlichen Empfangsgeräte
sind sozusagen Handy-Masten
für die eigenen vier Wände.
Sie schnappen das Handy-Signal
in der Küche oder im Wohnzimmer
auf und leiten es über
den hauseigenen DSL-Anschluss
sofort weiter an den Provider.
Der Weg über einen großen
Sendemast irgendwo in der Nachbarschaft
wird damit abgekürzt -
und die Übertragungsgeschwindigkeit
steigt rapide. Keith Day hat
seine Femto-Zelle gleich neben
der Telefonbuchse aufgestellt.
Hier, sehen Sie, das Ding ist
so groß wie ein Taschenbuch.
Sie stecken an der Seite eine
SIM-Karte rein, die kriegen
Sie von ihrem Mobilfunk-Provider
und damit stellt der Kasten
die Verbindung zu ihrem Handy
her. Und dieses Kabel stecke
ich in die DSL-Verbindung. Alles
andere wird über die Internet-Verbindung
gesteuert. Ich muss mich um
nichts mehr kümmern.
Keith Day ist Marketing-Leiter
bei Ubiquisys, einem europäischen
Hersteller von Femto-Zellen.
Als Testperson ist er deshalb
nicht gerade unvoreingenommen
- aber Testreihen mit unabhängigen
Handy-Telefonierern gibt es
bislang nicht, die meisten Geräte
werden zur Zeit noch intern
bei den großen Mobilfunk-Betreibern
geprüft, so wie im Haus
von Keith Day. Er sagt, die
Femto-Zelle hätte das Telefonier-Verhalten
seiner Familie stark verändert.
Wir benutzen auf einmal unsere
Handys zum ständigen Internet-Surfen.
Vorher haben wir den Browser
am Mobiltelefon nicht angerührt
- einfach weil uns das viel
zu teuer und zu langsam war.
Vor allem das Runterladen von
riesigen Dateien, von Videos
zum Beispiel. Mit der Femto-Zelle
waren meine Frau und meine Kinder
auf einmal ständig mit
ihren Handys im Internet.
Eine Femto-Zelle holt den Sendemast
sozusagen ins Wohnzimmer - für
viele Verbraucher ist das wahrscheinlich
keine angenehme Vorstellung,
denn die Debatte über Gesundheitsrisiken
durch Handy-Masten ist noch
nicht beendet. Chris Gilbert,
der Geschäftsführer
von Ubiquisys sagt allerdings,
mit der Femto-Zelle im Haus
könne man das Strahlungsrisiko
sogar minimieren.
So eine Femto-Zelle braucht
extrem wenig Sendeleistung -
eben weil sie ja schon in der
Wohnung steht. Zum Vergleich:
Ein Wifi-Router benötigt
ungefähr 100 Milliwatt
Leistung, die Femto-Zelle kommt
mit einem Milliwatt aus, häufig
sogar mit viel weniger. Es ist
die alte Regel im Mobilfunk:
Je näher die Antenne am
Handy steht, desto weniger müssen
sich beiden Seiten anstrengen,
um das Signal zu übermitteln.
Ein schöner Seiteneffekt
der Femto-Zelle ist deshalb,
dass der Akku am Handy viel
länger voll bleibt.
Nicht alle sind aber davon
überzeugt, dass die Femto-Zelle
nur Gutes bringt. Dean Bubley
ist Gründer der Londoner
Beratungsfirma "Disruptive
Analysis", sein Unternehmen
beschäftigt sich mit neuen
Technologien. Zumindest für
den Anfang, prophezeit er ein
neues Geräte-Chaos.
Zurzeit sind Femto-Zellen auf
einen Handy-Provider abgestimmt.
Das heißt, eine Vodafone-Zelle
arbeitet nur mit Vodafone-Handies.
In einem typischen Haushalt
mit drei, vier Leuten sind aber
nicht alle beim selben Provider,
der Vater hat vielleicht einen
blackberry aus dem Büro,
und die Kinder haben einen Provider,
der viel sms erlaubt. Das heißt,
sie müssten möglicherweise
vier verschiedene Femto-Zellen
aufstellen. Was man deshalb
eigentlich bräuchte, wären
Femto-Zellen, die mehrere Provider
unterstützen. Aber dieses
Problem ist bislang noch nicht
gelöst.
Ungeklärt ist außerdem,
ob die Handy-Kunden für
die Femto-Zelle bezahlen sollen
- oder ob die Geräte kostenlos
mit jedem Handy-Vertrag verteilt
werden. Keiner der großen
Handy-Provider äußert
sich bislang zu diesen Fragen.
Die ersten Femto-Zellen sollen
europaweit Ende des Jahres angeboten
werden.
Quelle: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/computer/786519/#oben
Kommentar
von Risiko Elektrosmog Kärnten:
Die
Strahlungsquellen werden immer
mehr....