Die neuesten Nachrichten aus Berlin dürften die Mitglieder des Stapeler Vereins Region Intakt erleichtert durchatmen lassen: Umweltminister Sigmar Gabriel kündigte einen Gesetzesentwurf an, der die Bürger vor möglichen Krankheitsrisiken durch Handy-Strahlung schützen soll. Der Verein um Vorsitzenden Cyrus Sadri hat sich auf die Fahnen geschrieben, über die Gefahren von Elektrosmog aufzuklären.
Stein des Anstoßes war der Bau eines Mobilfunkturms in Stapel. Viele Bürger protestierten gegen die Errichtung, einige klagten sogar – bisher ohne Erfolg. Im April wurde der Mast in Betrieb genommen. Um sich vor der Belastung durch elektromagnetische Felder zu schützen, bauen Cyrus und Daniela Sadri jetzt den ersten Strahlenschutzzaun mit den Maßen zwölf mal sieben Meter. Die Konstruktion wurde mit massiven Holzbalken errichtet und mit herkömmlichem Hasendraht bespannt, der die Belastung um 90 Prozent auf einen baubiologisch verträglichen Wert verringert. Den Beweis liefert ein Messgerät, das Cyrus Sadri immer zur Hand hat: Die Nadel schlägt hinter dem Zaun kaum noch aus. "Interessanterweise hat die Erteilung der Baugenehmigung für diesen Strahlenschutzzaun länger gedauert als die Baugenehmigung für den Mobilfunkturm.“ Emissionsquellen würden offenbar schneller genehmigt als der Schutz vor ihnen.
"Leider wird die Bevölkerung in Deutschland nur unzureichend über mögliche Risiken der Mobilfunkstrahlung informiert“, erklärt Sadri. Es gebe genügend wissenschaftliche Studien, die beweisen, was für eine Wirkung die elektromagnetischen Felder haben. "In anderen europäischen Ländern wie Frankreich und England wurde die Gefahr längst erkannt. Dort gibt es ganz andere Grenzwerte“, hat der Stapeler in Erfahrung gebracht.
"Das Problem ist, dass die Mobilfunk-Lobbyisten argumentieren, die Schädlichkeit sei nicht bewiesen.“ Das sei in der Tat so – ebenso wenig sei jedoch bewiesen, dass Rauchen Krebserkrankungen hervorruft und der HIV-Virus Aids verursacht. "Die direkten Zusammenhänge sprechen für sich“, meint Sadri. "Darüber sollte jeder Handynutzer aufgeklärt werden.“
Um ausführlich über das Thema zu informieren, ist der Verein bereits seit einem Jahr dabei, einen Elektrosmog-Kongress zu planen. "Damals suchte ich nach Informationsmöglichkeiten und stellte fest, dass Veranstaltung zu dem Thema rar gesät sind.“ Deswegen bemühte sich Cyrus Sadri um Experten aus ganz Deutschland, der Schweiz und Österreich, die am Samstag, 20. September, in Berlin zu einer Tagung zusammenkommen werden. Folgende Themen stehen auf der Agenda: Wieviel Mobilfunk verträgt der Mensch? Das deutsche Mobilfunkforschungsprogramm - warum wurde nichts gefunden? Warum hat Deutschland mit die höchsten Grenzwerte der Welt? Mobilfunk und Krebs - Stand der Diskussion um die epidemiologischen Studien, Gesundheitsrisiko Mobilfunkstrahlung, wo bleibt die Anerkennung?
Zu den Referenten gehören Dr. Lebrecht von Klitzing (Medizin-Physiker), Professor Dr. Franz Adlkofer (Verum Foundation), Dr. Hans-Christoph Scheiner (Arzt), Wolfgang Maes (Baubiologe), Professor Dr. Michael Kundi (Universität Wien) und Siegfried Zwerenz vom Verein Bürgerwelle, der als Betroffener berichten wird. Ebenfalls vor Ort ist Autor und Produzent Klaus Scheidsteger, der den Film "Der Handykrieg“ drehte und neues Material zeigen wird.
Um eine möglichst große Öffentlichkeit herzustellen, engagierte Region Intakt ein Pressebüro in Berlin, das alle großen Medien einladen wird. Der Fernsehsender Arte hat sein Kommen bereits zugesagt.
Der Kongress beginnt um 11 Uhr im Mariott-Hotel Courtyard direkt neben dem Berliner Pressehochhaus. Wer an der Veranstaltung teilnehmen will, kann sich ab sofort im Internet unter
www.elektrosmog2008.de
sowie unter Telefon
04288/928121
anmelden.
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Quelle: http://www.rotenburger-rundschau.de/index.php?menu=13000&dataid=64165
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